
Der Lufthansa drohen weitere Streiks. Nach den Piloten am Montag und Dienstag will am Mittwoch und Donnerstag auch das Kabinenpersonal
in den Ausstand treten. Das teilte Flugbegleitergewerkschaft Ufo
am Montag mit.
Die Gewerkschaft hatte ihre Beschäftigten schon am 10. April zu einem eintägigen Arbeitskampf an den Flughäfen Frankfurt und München aufgerufen.
Weder in den Verhandlungen über verbesserte Arbeitsbedingungen für die rund 19.000 Flugbegleiter bei Lufthansa noch in Sachen Sozialplan für die rund 800 Beschäftigten der vor der Schließung stehenden Cityline habe sich die Arbeitgeberseite bewegt. Die Gewerkschaft fordert etwa bessere Planbarkeit der Einsätze und längere Kündigungsfristen. „Wenn sich die Arbeitgeberseite nicht bewegt, müssen wir sie dazu bewegen“, ergänzte Vázquez Bürger.
Am Montag hat der Pilotenstreik bei der Lufthansa und ihrem Ferienflieger Eurowings schon zu massiven Flugausfällen geführt und die Pläne Zigtausender Reisender durchkreuzt. So entfällt der größte Teil von insgesamt 570 gestrichenen Starts und Landungen am Flughafen Frankfurt, die der Betreiber Fraport am Montag zählte, auf die Lufthansa als führendem Anbieter an ihrem größten Drehkreuz. Gut 50.000 Fluggäste waren allein hier von Ausfällen und Umbuchungen betroffen. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte die Piloten der Kernmarke Lufthansa und der Regionaltochter Cityline zu einem zweitägigen Streik bis Dienstagabend aufgerufen. Sie sprach von mehr als 700 gestrichenen Flügen am Montag.
Im Arbeitskampf deuten sich bislang keine schnellen Lösungen an. Der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr macht im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ klar, dass der Konzern vor den Streiks nicht einknicken werde. „Lieber einige Tage mit einem streikbedingt reduzierten Angebot der Lufthansa-Gruppe als irgendwann dauerhaft mit einer deutlich reduzierten Kernmarke“, sagte Spohr der Zeitung. Der Umbau eines so traditionsreichen Unternehmens wie der Lufthansa zu einer zukunftsfähigen internationalen Gruppe sei zur Zukunftssicherung unumgänglich.
