Der Eingang zum Bergwerk ist durch ein Gatter abgeriegelt. Wie soll man dort hineinkommen? Jonathan zeigt auf eine kleine, frisch gegrabene Aushöhlung am unteren Rand des Gitters. Da soll ein Mensch durchpassen? Alles spricht dagegen, diesen Ort zu betreten. Doch die Neugier siegt. Jonathan legt sich auf den Rücken und gleitet durch die Öffnung. „Es hilft ja nichts“, denke ich und versuche es wie er, bleibe aber mit den Schultern stecken. Panik kommt auf. Jonathan bleibt ruhig und zieht mich von hinten an den Armen durch.
Lücke und Angst sind überwunden. Hinter dem Gitter liegt eine 300 Jahre alte Schiefermine. Vor 40 Jahren verließ der letzte Bergmann diesen Ort. Jonathan, ein junger Mann aus Wiesbaden, ist wahrscheinlich einer der Ersten, die wieder einen Fuß an diesen Ort setzen.
Er und seine beiden Freunde gehören zur Lost-Places-Community, auch Urbex-Szene, abgeleitet von Urban Exploration, genannt. Sie erkunden verlassene Orte wie alte Krankenhäuser, Industriegebäude oder Bergwerke. Viele dokumentieren ihre Touren auf Youtube-Kanälen.
