
Israel hat den Vereinigten Staaten laut eines Medienberichts Geheimdienstinformationen über Hinrichtungen von Demonstranten in Iran übermittelt. Dadurch sei die amerikanische Führung an belastende Beweise gegen die Führung in Teheran gelangt, berichtete die Zeitung „Israel Hajom“. Die Sorge vor einem neuen Krieg ist jüngst gestiegen, auch weil die USA starke Militärkräfte in der Region zusammenziehen.
Der amerikanische Geheimdienst verfüge über „eindeutige Augenzeugenberichte über Hinrichtungen, die mit verschiedenen Methoden durchgeführt wurden“, hieß es in dem Bericht. Israel sei an der Beschaffung dieser Informationen beteiligt gewesen. Außerdem gebe es „zahlreiche detaillierte Berichte über den Einsatz scharfer Munition gegen Demonstranten auf den Straßen sowie über Protestanten, die nach ihrer Festnahme hingerichtet wurden“.
Die Proteste mit Tausenden Toten in Iran waren Ende Dezember ausgebrochen. Ausgelöst durch die schwere Wirtschaftskrise im Land gingen zunächst Händler auf die Straßen. Vor gut zwei Wochen kam es in den Metropolen am 8. und 9. Januar dann zu Massenprotesten, die brutal niedergeschlagen wurden. Einem Bericht des Magazins „Time“ zufolge sollen an diesen beiden Tagen bis zu 30.000 Menschen getötet worden seien. Das Magazin beruft sich auf zwei ranghohe Beamte des iranischen Gesundheitsministeriums. Die staatliche Rundfunkagentur Iribnews dementierte den Bericht: „Weder ein Beamter des Gesundheitsministeriums noch irgendein Beamter im Iran hat derartige falsche Statistiken gemeldet oder bestätigt.“
Der amerikanische Präsident hatte zunächst gesagt, ein Militärangriff auf die Führung der Islamischen Republik sei ausgeblieben, weil die Behörden die Hinrichtung von 800 Menschen abgesagt hätten. Während der Protestwelle gegen die autoritäre Regierung hatte er den Demonstranten wiederholt seine Unterstützung zugesichert und rote Linien für die Führung in Teheran gezogen – bisher ohne Konsequenzen. Irans Justiz hat Trumps Äußerungen, wonach die Exekution von 800 Demonstranten gestoppt worden sei, dementiert.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu traf am Samstagabend die amerikanischen Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner. Beide gehören laut „Israel Hajom“ innerhalb der amerikanischen Regierung zu jener Gruppe, die eine diplomatische Lösung mit der iranischen Führung anstrebt, um zu verhindern, dass die gesamte Region in einen Krieg hineingezogen wird. Unterstützung erhielten sie dabei von Qatar, Saudi-Arabien und der Türkei.
