
„Bei Schienbeinbrüchen zählen die ersten Stunden. Und da hat die Versorgung von Lindsey Vonn in meinen Augen wunderbar geklappt. Sie wurde noch am selben Tag operiert”, sagte Köhne der Deutschen Presse-Agentur und prognostizierte: „Das heißt, dass die Voraussetzungen gut sind, dass sie trotz dieser Fraktur später wieder ein normales Leben führen kann.”
Vonn war nach ihrem Unfall im gut 100 Kilometer entfernten Treviso operiert worden. Sie teilte im Anschluss mit, dass sie einen komplexen Bruch des Schienbeins erlitten habe, der mehrere Operationen erfordere. Medien hatten zuletzt bereits von zwei erfolgten Eingriffen berichtet.
Er ist Mannschaftsarzt des Deutschen Skiverbandes (DSV) und während Olympia in Bormio. Er habe keine medizinischen Akten oder Röntgenbilder von Vonn gesehen, schilderte aber, dass Schienbeinverletzungen sehr häufig im Skisport seien, auch bei Freizeitathleten. „In Notaufnahmen in der Nähe von Skigebieten weltweit kommen fast täglich solche Verletzungen rein.”
Nicht bestätigt war, wo Vonns Schienbein gebrochen ist, ob am Schaft oder beim Schienbeinkopf. Bei komplizierten Brüchen werde ein sogenannter Fixateur angelegt. „Dank diesem äußeren Metallgestell mit verbundenen Stiften im Knochen kann das Bein in der ersten Phase ruhig gestellt werden”, sagte Köhne. Der Arzt erklärte: „In der Unfallmedizin rechnet man bei komplexen Schienbeinbrüchen mit acht bis zehn Monaten Pause, ehe Sportler wieder auf Schnee gehen.” Vonn hatte bereits vor Olympia angekündigt, dass sie spätestens nach dieser Saison ihre Karriere beendet hätte.
Zur Frage, inwieweit die Verletzungen zusammenhängen, vermutete er: „Die Schienbeinverletzung hat meiner Meinung nach nicht unmittelbar am verletzten Kreuzband gelegen. Diese Vorverletzung war auch nicht der Grund für den Sturz. Die große Frage ist aber, was das mit einem macht, wenn man vorverletzt in Grenzsituationen kommt. Ob man sich dann anders verhält als eine Sportlerin mit gesundem Knie.” (dpa)
