
Die Bilder vom Ort des Geschehens am Morgen danach zeigen einen komplett ausgebrannten Bus. Nur dessen stählernes Gerippe ist noch zu erkennen. Mindestens sechs Menschen sind bei dem Brand in dem Linienbus ums Leben gekommen. Fünf Personen wurden verletzt, darunter vier Passagiere und ein Rettungssanitäter. So lautete die vorläufige Bilanz der Polizei des Schweizer Kantons Freiburg, in dem sich das Inferno zugetragen hat. Es gibt noch keine Informationen darüber, wie viele Passagiere zum Zeitpunkt des Brande im Bus saßen. Unklar blieb auch, ob die Person, die den Brand möglicherweise ausgelöst hat, unter den Toten oder Verletzten ist.
Der Bus fuhr am frühen Dienstagabend durch Kerzers, eine Gemeinde 20 Kilometer westlich von Bern mit 5500 Einwohnern, als das Feuer ausbrach. Dabei ist von Vorsatz die Rede: „Es kursiert eine Information, dass eine Person brennbare Flüssigkeit über sich geschüttet hat im Bus und dass dies den Brand ausgelöst hat“, sagte eine Polizeisprecherin in der Nacht zum Mittwoch. Am Mittwochmorgen sagte der Kommunikationschef der Kantonspolizei, Martial Pugin, dass es sich offenbar nicht um einen Terroranschlag gehandelt habe: „Bisher gibt es keine Anzeichen für einen terroristischen Hintergrund.“
Die Identifizierung der Opfer kann noch Tage dauern
Ein Video, das dem Schweizer Medium „20 Minuten“ vorliegt, zeigt Szenen, die kurz nach dem Ausbruch des Brands aufgenommen worden sind. In ihnen ist eine Person zu sehen, die mit Verbrennungen an den Händen schreiend auf der Straße herumläuft. Diese Person habe auf Albanisch gesagt, dass ein Mann sich selbst angezündet habe: „Er hat Benzin über sich geschüttet und sich dann angezündet.“
Zur Identität der Todesopfer gab es am Mittwochmorgen noch keine Aussagen. Die Identifizierung könne noch Tage dauern, hieß es. Für den Mittwochnachmittag ist eine Pressekonferenz geplant. Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin zeigte sich betroffen und sprach den Angehörigen sein Beileid aus. „Es bestürzt mich und macht traurig, dass wiederum Menschen in der Schweiz bei einem schweren Brand ums Leben gekommen sind“, schrieb Parmelin auf der Plattform X. Damit bezog er sich auf die verheerende Brandkatastrophe im Wallis, bei der in der Silvesternacht 41 Menschen starben und 115 überwiegend schwer verletzt wurden.
Die Freiburger Kantonspolizei forderte Augenzeugen dazu auf, sich zu melden. Im Internet kursieren Bilder und Videos von dem lichterloh brennenden Bus. Man sieht, wie meterhohe Flammen und schwarze Rauchwolken aus den Fenstern aufsteigen, und wie Menschen sich rennend in Sicherheit bringen. Die herbeigeeilten Rettungskräfte konnten das Feuer schnell löschen. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz. Bei dem Bus handelte es sich um ein Fahrzeug des staatlichen Unternehmens Postauto, das vor allem Linienverbindungen im ländlichen Raum bedient.
