Sie treten jetzt in den Herbst ein. „Aber der hat ja auch schöne Farben“, sagt Andreas Frege, bekannt als Campino. Der Frontmann der Punkrock-Band Die Toten Hosen hat die Entscheidung getroffen, dass das nächste Album das letzte sein soll. „Trink aus, wir müssen gehen!“ erscheint am 29. Mai. Der Journalist und Dokumentarfilmer Eric Friedler hat die Band zwei Jahre lang begleitet. Mit den Kameras kam er der Band auf ihrem Weg zum letzten Album nah – auch in Momenten des Haderns, Zweifelns und Streitens.
Friedler hat bereits 2012 eine Dokumentation über das dreißigjährige Bestehen der Band gedreht. Die Idee, über das letzte Album einen weiteren Film zu machen, gab es schon lange. Gemeinsam mit dem Produzenten Thomas Schuhbauer von Eco Documentaries sowie mit dem SWR und NDR hat er das Projekt schließlich verwirklicht. Über die größte Herausforderung während des Drehs sagt Friedler: „Es hätte auch ein langweiliger Film werden können, weil lange Zeit nicht klar war, ob überhaupt ein Album entsteht.“ Doch in dem Moment, als feststand, dass die Platte fertig wird, wurde es für den Dokumentarfilmer spannend. Für ihn war es besonders eindrücklich zu sehen, wie hart die Band für dieses Album arbeiten musste. Der Film „Die Toten Hosen – das letzte Album“ kann ab sofort in der ARD-Mediathek gestreamt werden und wird am 23. Mai von 23.25 Uhr an in der ARD ausgestrahlt.

Die Mitglieder der Band haben den Film am Abend der Premiere in Mainz am 19. Mai selbst zum ersten Mal gesehen. „Es wird sicherlich Szenen geben, die mir nicht gefallen“, sagte Campino vor der Aufführung im Gespräch mit der F.A.Z.: „Doch da muss man loslassen können.“ Je nachdem, wie ihm die Doku gefalle, könne er sie auch als Wiedergutmachung dafür sehen, dass er mit 20 Jahren als Radiomoderator beim SWR abgelehnt wurde – weil er es sich nicht verkneifen konnte, die Songs im Frühstücksradio zu kommentieren.
Statt einer Karriere als Moderator wurde es eine als Frontmann einer der kommerziell erfolgreichsten Punkrock-Bands Deutschlands. Die Toten Hosen blicken auf 44 Jahre Bandgeschichte, 18 Millionen verkaufte Tonträger und 17 Studioalben zurück. Auch im Rhein-Main-Gebiet füllten sie Konzertsäle und Clubs, darunter die legendäre Batschkapp. Das allerdings erst, nachdem ein Hausverbot gegen die Band aufgehoben worden war. Sie hätten einmal den ganzen Raum „zum Saufen eingeladen“ und seien dann abgezogen – ohne zu zahlen. Danach seien sensibelste Verhandlungen nötig gewesen. Nach einer „Friedenspfeife“ sei eine jahrzehntelange Freundschaft entstanden. Und so veranstaltet die Batschkapp auch das längst ausverkaufte Konzert der Toten Hosen am 27. Juni im Frankfurter Waldstadion.
Die Toten Hosen – das letzte Album, 23. Mai 2026, 23.25 Uhr, ARD
