
Pflanzen können sich schnell an Klimaveränderungen anpassen – diese können aber auch rasch zum Aussterben führen, wenn es an genetischer Vielfalt fehlt. Dies zeigt ein Experiment, mit dem Biologen der Uni Frankfurt zusammen mit Kollegen aus den USA und Frankreich die Evolution sozusagen im Zeitraffer nachgestellt haben.
Millionen Veränderungen im Erbgut
In den meisten Klimazonen haben die Populationen überlebt und sich den Umweltbedingungen angepasst. Im Erbgut kam es zu Millionen von Veränderungen; die Mutationen in einem bestimmten Klima ähnelten einander und betrafen zum Beispiel Gene, die die Trockentoleranz oder die Blütezeit beeinflussen.
Vor allem an besonders heißen und trockenen Orten starben jedoch einige der zwölf Arabidopsis-Populationen aus. Die Pflanzen entwickelten sich dort genetisch in sehr unterschiedliche Richtungen. Da die Anzahl der Gewächse je Beet recht klein war, führten nach Ansicht der Forscher zufällige genetische Veränderungen im ungünstigsten Fall zum Untergang der Population.
„Mit diesem Experiment können wir der Evolution sozusagen live über die Schulter schauen“, sagt Evolutionsökologe Niek Scheepens von der Uni Frankfurt. Die Resultate zeigten, dass evolutionäre Anpassung sehr rasch verlaufen könne, sofern ausreichende genetische Vielfalt vorhanden sei. Seltene Pflanzen mit kleinen Populationen und entsprechend geringer genetischer Vielfalt könnten allerdings nur schlecht mit Veränderungen wie dem Klimawandel umgehen, stellt der Professor fest. „Insgesamt ist unser Experiment ein eindringlicher Appell für den Erhalt der Biodiversität ganz allgemein: Vielfalt sichert Überleben!“
