In Kuba haben Demonstranten ein Büro der Kommunistischen Partei verwüstet. Videos, die in den sozialen Medien verbreitet wurden, zeigen, wie Protestierende in der Nacht zum Samstag in ein Parteibüro in Morón östlich von Havanna eingebrochen sind. Sie sollen Akten, Computer und Möbel auf die Straße geschleppt und anschließend in Brand gesetzt haben. Nach Angaben der staatlichen Zeitung Invasor wurden fünf Menschen wegen Vandalismus festgenommen. Der Zeitung zufolge wurden auch Behördengebäude in der Stadt beschädigt.
Kuba befindet sich derzeit in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Die Bevölkerung leidet unter hoher Inflation sowie unter Lebensmittel- und Medikamentenknappheit. Seit Ende vergangenen Jahres kam es zudem zu mehreren landesweiten Stromausfällen, die teilweise tagelang andauerten. Fast täglich haben die Menschen außerdem mit kürzeren Blackouts zu kämpfen.
Kuba und USA führen erstmals wieder Gespräche
In Kuba gibt es nur selten Demonstration. Seit einiger Zeit machen jedoch viele Kubaner und Kubanerinnen ihrem Unmut Luft, indem sie nachts zu Hause oder auf der Straße auf Töpfe schlagen und so Lärm erzeugen. Bei den letzten Demonstrationen im Jahr 2021, bei denen ebenfalls gegen die schlechten Lebensbedingungen in Kuba protestiert wurde, sind die Protestierenden zu hohen Haftstrafen verurteilt worden.
Währenddessen hatte US-Präsident Donald Trump in den vergangenen Wochen mehrfach einen Regierungswechsel in Kuba in Aussicht gestellt. Er hatte immer wieder angedeutet, dass Kuba nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und dem Iran-Krieg “als Nächstes” auf seiner Agenda stehe. Am Freitag hatte die kubanische Regierung erstmals Gespräche mit Vertretern der USA zur “Lösung von bilateralen Differenzen” bestätigt.
