
615.300 Menschen im Alter von zehn bis 19 Jahren wurden im Jahr 2024 stationär im Krankenhaus behandelt. Etwa ein Fünftel von ihnen wurde wegen psychischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen aufgenommen, also 116.300 Menschen. Das gab das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch bekannt. Damit waren psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen im Jahr 2024 die häufigste Ursache für stationäre Krankenhausbehandlungen von Kindern und Jugendlichen.
Depressionen waren die häufigste Diagnose. Deshalb waren 33.900 Menschen zwischen zehn und 19 Jahren in stationärer Behandlung. Das entspricht einem Anteil von 29,1 Prozent aller aufgrund von psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen in dieser Altersgruppe.
Die zweithäufigste Diagnose waren Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen. Rund 11.700 Fälle entfallen auf diesen Bereich, was 10,1 Prozent entspricht. An dritter Stelle folgen alkoholbedingte Erkrankungen wie Abhängigkeits- und Entzugssyndrome, die zu 9900 Fällen führten. Aufgrund von Essstörungen wurden 7300 Kinder und Jugendliche stationär behandelt.
Zahl der Fälle ist um 3,4 Prozent gestiegen
2023 waren 112.500 Personen zwischen zehn und 19 Jahren wegen psychischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen stationär behandelt worden. Ein Jahr später waren es 3,4 Prozent mehr. Im 20-Jahres-Vergleich hat die Zahl der Behandlungen wegen psychischer Erkrankungen bei den 10- bis 19-Jährigen deutlich zugenommen. 2024 waren 36,5 Prozent mehr psychisch erkrankte Kinder und Jugendliche in stationärer Behandlung als 2004. Damals waren es 85.200 Patientinnen und Patienten.
Für die Auswertung hat das Statistische Bundesamt Daten aus der Krankenhausstatistik herangezogen. Diese zählt die stationären Behandlungsfälle. Mehrfachzählungen einer Person sind möglich, wenn diese im jeweiligen Berichtsjahr wegen der gleichen Hauptdiagnose mehrfach ins Krankenhaus eingewiesen wurde.
