In Tel Aviv haben Tausende Menschen gegen den Krieg demonstriert. Die
Demonstrantinnen und Demonstranten versammelten sich am Samstagabend auf dem zentralen
Habima-Platz. Auf Transparenten forderten sie unter anderem ein Ende von Israels “ewigem Krieg”. Viele Protestierende skandierten:
“Mehr Leid im Libanon wird uns keine Sicherheit bringen.”
Der Kundgebung war eine
Lockerung der Kriegsbeschränkungen in weiten Teilen Israels vorausgegangen. Zuvor durfte die Polizei in Israel Demonstrationen mit Verweis auf die Gefahr drohender Raketenangriffe beenden. Auch hatte Israel wegen des Kriegs zuvor die Zahl der Teilnehmer an öffentlichen Protesten beschränkt.
Unter den Protestierenden war auch Ifat Kalderon,
deren Cousin Ofer Kalderon nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 im
Gazastreifen als Geisel gehalten und im Februar 2025 freigelassen
wurde. Sie demonstriere, um ein Ende der
israelischen Kriege “im Iran, im Libanon und im Gazastreifen” zu
fordern, sagte sie der Nachrichtenagentur AP. Der Krieg mit dem Iran habe keine positiven
Ergebnisse gebracht. “Die Realität ist dieselbe wie zuvor, vielleicht
sogar schlimmer. Wir müssen alles in Abkommen überführen, wir können
nicht dauerhaft im Krieg leben”, sagte Kalderon.
Festnahmen bei weiterer Demonstration
Am Wochenende zuvor hatte die Polizei eine kleinere Protestveranstaltung gewaltsam aufgelöst und
mindestens 17 Menschen festgenommen. Die Behörden begründeten ihr Vorgehen mit
Sicherheitsbeschränkungen. Menschen in Israel hatten sich aber schon in der Vergangenheit über die Einschränkungen hinweggesetzt und trotzdem gegen den Krieg im Iran demonstriert.
Die israelische Armee hat jüngst ihre Angriffe im Libanon verstärkt. Vor drei Tagen waren bei den schwersten Angriffen seit Langem dem libanesischen Zivilschutz zufolge mindestens 254 Menschen gestorben, mehr als 1.100 wurden verletzt. Israel hat “formalen Friedensverhandlungen” mit der libanesischen Regierung in der kommenden Woche zugestimmt. Israel weigere sich aber, über “eine Waffenruhe mit der Terrororganisation Hisbollah” zu sprechen.
