Zum ersten Mal seit Beginn des Irankrieges ist am Mittwoch der Spritpreis wieder gesunken. Wie der ADAC mitteilte, war Superbenzin der Sorte E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt um 3,4 Cent pro Liter billiger als am Dienstag, Diesel um 5,4 Cent.
Mit 2,011 Euro pro Liter war E10 am Mittwoch allerdings immer noch rund 23 Cent teurer als am Tag vor Beginn der israelischen und US-amerikanischen Angriffe auf den Iran. Bei Diesel waren es mit 2,134 Euro pro Liter sogar knapp 39 Cent mehr als vor Kriegsbeginn.
Dieselpreis stärker von Krisen beeinflusst
Grund für den starken Anstieg der Spritpreise war der Preis für Rohöl. Dieser stieg infolge des Irankrieges und insbesondere der faktischen Sperrung der Straße von Hormus. Durch die Meerenge zwischen dem Persischen Gold und dem Golf von Oman werden große Mengen Öl transportiert.
Der Preis für Diesel wird durch Krisen in der Regel stärker beeinflusst. Grund dafür ist unter anderem, dass wegen des hohen Verbrauchs, etwa durch Lkw, sehr viel mehr von diesem Kraftstoff nach Deutschland importiert werden muss. Zudem wird Diesel neben dem Verkehrssektor auch andernorts eingesetzt, teilweise um Gas zu ersetzen. Dass sich Krisen stark auf den Dieselpreis auswirken, war bereits vor rund vier Jahren zu Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine zu beobachten.
Politik ergreift Maßnahmen gegen hohe Spritpreise
Am Montag war der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent vorübergehend auf mehr als 120 Dollar gestiegen. Doch bereits im Tagesverlauf sank der Preis wieder deutlich – unter anderem nach Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump, wonach der Irankrieg bald beendet werden könne. Am Dienstag und Mittwoch lagen die Preise klar unter 100 Dollar, am Donnerstagmorgen stiegen sie wieder auf rund 100 Dollar.
Am Mittwoch wurden verschiedene Gegenmaßnahmen gegen die hohen Öl- und Spritpreise beschlossen. Wie die Internationale Energieagentur IEA ankündigte, werden die 32 Mitgliedsländer der Agentur 400 Millionen Barrel Rohöl aus ihren strategischen Reserven freigeben – mehr als je zuvor bei einer gemeinsamen Aktion. Zudem kündigte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) an, dass Tankstellen in Deutschland nur noch einmal am Tag ihre Spritpreise erhöhen dürfen.
