Die abgebrochenen Friedensverhandlungen zeigen das große Erpressungspotenzial des Iran. Trump dagegen fehlen die Optionen. Doch er will unbedingt raus aus diesem Krieg.
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© U.S. Navy/imago images
Während sein Vizepräsident JD Vance in Islamabad 21 Stunden
mit der iranischen Delegation verhandelte, gönnte sich Donald Trump mit seinem Außenminister
Marco Rubio einen “Mixed Martial Arts”-Kampf in Miami. Kurz vor Ostern hatte Trump
gar gescherzt, wenn Vance Erfolg haben sollte, werde er das für sich
reklamieren, einen Misserfolg werde er seinem Vize anhängen.
Es ist eine vertrackte Lage für Vance: Sein
Präsident ist mit den Gedanken schon woanders und hat offenbar vor, ihm den
unpopulären Krieg anzuhängen. Die Iraner wiederum wollten den Vizepräsidenten als
Delegationsleiter, weil sie in ihm das Antikriegslager der Maga-Bewegung
repräsentiert sehen, mit weniger Sympathien für den aggressiven Kurs Israels. Für
Vance liegt paradoxerweise darin seine einzige Chance: Bringt er den Krieg zu
einem halbwegs würdigen Ende, könnte er sich als legitimer Erbe der Bewegung
profilieren, der Trump doch eigentlich versprochen hatte, “no more stupid
wars” im Nahen Osten zu führen.
