
Iranische Medien und Behörden haben zwei Explosionen am Samstag auf Gaslecks zurückgeführt. In der Hafenstadt Bandar Abbas handele es sich nach einer ersten Einschätzung um ein solches Leck, sagte der örtliche Feuerwehrchef Mohammed Amin Liakat in einem von der halbstaatlichen Nachrichtenagentur „Mehr“ veröffentlichten Video. Auch im Fall der Explosion in der Stadt Ahwas mit vier Toten berichtete die Zeitung „Tehran Times“ von einem Gasunglück.
Spekulationen in sozialen Medien über einen gezielten Anschlag auf einen Kommandeur der Revolutionsgarden in Bandar Abbas wies die Agentur Tasnim als „völlig falsch“ zurück. Israel bestritt jede Verwicklung.
Ein im Internet verbreitetes Video zeigte Trümmer und zerstörte Autos vor einem beschädigten Gebäude in Bandar Abbas. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Ort der Aufnahme verifizieren, nicht jedoch den Zeitpunkt. Bandar Abbas ist der wichtigste Containerhafen des Landes und liegt an der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus, die etwa ein Fünftel der weltweiten Öltransporte auf dem Seeweg passieren. Bereits im April war es im Hafen zu einer schweren Explosion gekommen, bei der Dutzende Menschen starben und die damals mit Sicherheitsmängeln begründet wurde.
Nachrichtenagentur dementiert Gerüchte
Auch nahe der iranischen Hauptstadt Teheran wurde von Augenzeugen mindestens eine Explosion gemeldet. Einem Behördenvertreter zufolge war jedoch lediglich Schilf an einem Fluss in Brand geraten, wie iranische Medien berichteten.
Die Nachrichtenagentur Tasnim, die den iranischen Revolutionsgarden (IRGC) nahesteht, dementierte Gerüchte, wonach die Explosion in Bandar Abbas ein Anschlagsversuch auf den Kommandeur der IRGC-Marine, Aliresa Tangsiri, gewesen sei.
In Kürze beginnt ein dreitägiges Marinemanöver der iranischen Revolutionsgarden im Persischen Golf, an dem auch China und Russland teilnehmen sollen. Hintergrund sind militärische Spannungen. US-Präsident Donald Trump hatte eine Flotte samt Flugzeugträger in die Region verlegt. Der Republikaner hatte der Führung in Teheran wiederholt gedroht, in dem Land einzugreifen, nachdem der Sicherheitsapparat brutal gegen Proteste vorgegangen war. Noch am Samstagmorgen hatte der iranische Armeechef die Vereinigten Staaten vor einem Angriff gewarnt. Die Streitkräfte seien in höchster Alarmbereitschaft, sagte Amir Hatami Irna zufolge.
