
Die Auswirkungen des Luftangriffs der USA und Israels gegen Iran lösen im Sport weiter Unruhe aus. Forderungen nach einem Ausschluss Irans von der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA kritisierte der Geschäftsführer von Volleyball-Rekordmeister BR Volleys und Olympia-Beauftragter Berlins, Kaweh Niroomand: Solche Maßnahmen „aus der Geschichte des internationalen Sports haben noch nie was gebracht und würden auch nichts bringen. In diesem Fall würde man den Iran noch weiter isolieren und in eine Richtung treiben, die man gar nicht will. Insofern ist das völliger Blödsinn.“
Man solle Sportveranstaltungen nutzen, „damit die Völker einander näher kommen, anstatt dass sie sich trennen“, sagte der 73-Jährige, der als Kind aus Iran nach Deutschland kam: „Man hat durch diesen Militärschlag den obersten Führer der Islamischen Republik beseitigt und mit ihm auch einige andere. Aber das ist ja keine Lösung“, sagte Niroomand, ein Kritiker der iranischen Staatsführung. Der Fußball-Weltverband werde die Situation „beobachten“, sagte dessen Generalsekretär Mattias Grafström. Oberste Priorität bleibe ein sicherer Ablauf der WM.
Die Paralympics im Fokus
Am Freitag beginnt zunächst ein anderes Großereignis: die Paralympics in Norditalien. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) werde „die Auswirkungen auf den Ablauf der Spiele, insbesondere auf die Anreise“, bewerten, hieß es in einem Statement wenige Tage vor der Eröffnung in Verona. „Wir stehen in engem Kontakt mit allen Delegationen, die an den Spielen teilnehmen, sowie mit anderen Interessengruppen“, teilte das IPC mit.
Während der Großteil der 665 erwarteten Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits in Europa ist, beeinträchtigt die Schließung des Luftraums über dem Kriegsgebiet die Ankunft einiger Delegationen. Der australische alpine Skirennfahrer Michael Milton sitzt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Qatars Hauptstadt Doha fest, wie er dem US-Sender NPR am Sonntag berichtete.
„Sie wollen natürlich nur noch nach Hause“
In Doha sollte von Mittwoch an auch der Auftakt der hoch dotierten Global Champions Tour im Springreiten stattfinden. Das Turnier wurde abgesagt. Viele Reiter und Wettkampfrichter konnten nach Flugstreichungen nicht anreisen. Diejenigen, die schon vor Beginn des Angriffs dort waren, sitzen in Doha fest, darunter Pferdepflegerinnen aus Deutschland, die von Drohnen- und Raketenüberflügen berichteten. „Sie wollen natürlich nur noch nach Hause“, sagte Bundestrainer Otto Becker, „aber keiner weiß, wie es weitergeht.“
Die Veranstalter des Auftaktrennens der Formel 1 am Sonntag in Melbourne rechnen nicht mit Auswirkungen auf den Großen Preis von Australien. Jedoch hätten Flüge von etwa 1000 Mitarbeitern umgebucht werden müssen. Gefährdet erscheinen die Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien im April.
Das Fußballspiel des Klubs Al Nassr, bei dem Cristiano Ronaldo unter Vertrag steht, gegen Al Wasl in Dubai wurde unterdessen abgesagt. Die für Mittwoch geplante Begegnung in der Champions League Two wird aufgrund der Auseinandersetzungen in der Region wie auch andere Partien im Nahen Osten nicht stattfinden.
