Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist im
vergangenen Jahr erneut deutlich gestiegen. Die deutschen Amtsgerichte
verzeichneten 24.064 beantragte Unternehmensinsolvenzen und damit 10,3 Prozent
mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Zuletzt gab es demnach im Jahr 2014 mehr Unternehmensinsolvenzen
(24.085 Fälle).Während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009
gab es 32.687 Pleiten
Trotz mehr Insolvenzen sanken die Forderungen der
Gläubiger auf rund 47,9 Milliarden Euro von 58,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Grund dafür ist laut dem Statistikamt, dass 2025 weniger
wirtschaftlich bedeutende Firmen Insolvenz anmeldeten. Die Zahl der
sogenannten Großpleiten mit Forderungen von mehr als 25 Millionen Euro fiel um
15,6 Prozent.
Die meisten Insolvenzen traten den
Angaben nach im Bereich Verkehr und Lagerei auf. Darauf folgt das
Gastgewerbe und das Baugewerbe. “Die heute veröffentlichten Zahlen
zeigen: Im Schnitt musste in Deutschland alle 20 Minuten ein
Unternehmen Insolvenz anmelden”, sagte der Chefanalyst der Deutschen Industrie- und
Handelskammer (DIHK), Volker Treier. Auch die Konsumentinnen und Konsumenten waren von der
Konjunkturflaute betroffen. Im Gesamtjahr 2025 gab es 77.219
Verbraucherinsolvenzen und damit 8,4 Prozent mehr als 2024.
Auch der Blick auf 2026 mache wenig Hoffnung auf eine Trendwende, fuhr
Treier fort. Er verwies auf eine DIHK-Umfrage, nach der “die leichten
konjunkturellen Auftriebskräfte” wie staatliche Rüstungausgaben noch
nicht in der Breite bei den Unternehmen ankämen. Die Entwicklung in
Nahost stelle ein zusätzliches Risiko dar.
