Wer sieht sich nicht gern Videos im Internet von Hunden an und teilt diese mit Freunden? In einem viralen Video laufen sieben Hunde gemeinsam entlang einer Schnellstraße in Changchun, der Hauptstadt der Provinz Jilin im Nordosten Chinas. Die Hunde sind unterschiedlich groß und haben unterschiedliche Fellfarben. Anfang der Woche berichtete die South China Morning Post die Hunde hätten sich angeblich von Dieben, die für einen Hundefleisch-Laden arbeiten, befreit. Laut dem chinesischen Medium erreichte das Video mehr als 230 Millionen Aufrufe.
Doch nun schreibt die Zeitung unter Berufung auf staatliche Medien, die Geschichte sei falsch. Zwar sei das Video an sich echt, aber einen Diebstahl der Hunde habe es nie gegeben. Stattdessen sollen es übliche, freilaufende Hunde eines Dorfes der Provinz Jilin gewesen sein. Einer der Hunde – eine deutsche Schäferhündin – sei läufig gewesen. Das habe laut den Besitzern die anderen Hunde angezogen haben.
Tierheim verbreitete womöglich Falschinformationen
Ein lokales Tierheim hatte ein Video verbreitet, wonach die Hunde „gestohlen worden und dann entkommen“ seien. Allerdings basierten diese Informationen lediglich auf den Spekulationen eines einzelnen Besitzers der Hunde und nicht auf Augenzeugenberichten.
Zu dem Rudel sollen den Medienberichten zufolge neben der deutschen Schäferhündin auch Golden Retriever, Labradore, Pekinesen und ein Corgi gehört haben. Der Ort, an dem die Hunde entdeckt wurden, sei demnach etwa 17 Kilometer von ihrem Heimatdorf entfernt gewesen. Alle sieben Hunde sollen wieder zu ihren Besitzern zurückgekehrt sein.
In China gilt Hundediebstal als Straftat. Je nach Wert des Tieres könnte ein Diebstahl Geld- oder Freiheitsstrafen umfassen. Derzeit verbiete chinesisches Recht den Verzehr von Hundefleisch nicht ausdrücklich. Als eine der ersten Städte auf dem Festland hat Shenzhen 2020 den Verzehr von Katzen- und Hundefleisch verboten.
Die Frage, weshalb die Hunde letztendlich auf der Schnellstraße unterwegs waren, bleibt weiterhin offen. Sieben Hunde auf einem gemeinsamen Spaziergang geben jedenfalls ein schönes Bild ab – die South China Morning Post nennt es eine „herzerwärmende Geschichte“.
