Einen Tag vor dem Halbfinale der Handball-EM gegen Deutschland hat der Nationaltrainer der Kroaten, Dagur Sigurðsson, den Spielplan der Europäischen Handballföderation (EHF) kritisiert. “Ich muss diesen Zirkus hier mitmachen. Das ist eine Schande”, sagte der Isländer auf der Pressekonferenz vor dem Spiel am Freitag: “Die EHF interessiert sich nicht für uns Spieler und auch nicht für das Team.”
Der 52-Jährige, der von 2014 bis 2017 die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) trainierte und mit dem Team 2016 die EM gewann, bezog sich dabei auf den Turnierplan seiner Mannschaft. Anders als Deutschland absolvierte Kroatien seine Hauptrundenspiele im schwedischen Malmö und musste zuletzt zwei Tage am Stück spielen. Am spielfreien Donnerstag reiste die kroatische Mannschaft nach Sigurðssons Angaben vier Stunden lang ins dänische Herning, wo das Halbfinale und das Finale ausgetragen werden. Deutschland spielt hingegen seit dem Turnierstart durchgehend in Herning.
“Jeder, der irgendetwas von Sport versteht, weiß, dass zwei Tage weniger Pause in einem Zeitraum von zwölf Tagen mit sieben Spielen verdammt viel sind”, sagte Sigurðsson, der sich auch über die Bedingungen für die Spieler beschwerte: “Am nächsten Morgen stecken sie uns wie Tiefkühlhähnchen in einen Bus und fahren uns hierher. Und wir sind nicht einmal annähernd in der Nähe der Trainingshalle.”
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