In der Stadt Assisi in
Mittelitalien werden ab diesem Samstag erstmals die Gebeine des Heiligen
Franz von Assisi gezeigt. Italiens populärster Heiliger starb vor 800
Jahren, seine sterblichen Reste ruhen seit Jahrhunderten in einem
Sarkophag aus Stein. Er gehört zu den bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche und war Namensgeber für den vergangenes Jahr verstorbenen Papst Franziskus.

Im Mittelalter waren Reliquien wichtige Objekte
der Frömmigkeit. Doch auch in der Gegenwart faszinieren die sterblichen
Reste heiliger Menschen offenbar viele Gläubige. Für die vierwöchige Ausstellung der
Reliquien haben sich bereits mehr als 400.000 Menschen in der 27.500-Einwohner-Gemeinde Assisi angemeldet. Nach der
feierlichen Überführung des Sarges von der Krypta in die Basilika San
Francesco beginnt am Sonntag die öffentliche Ausstellung der Knochen in
einem durchsichtigen Reliquien-Behälter. Papst Leo XIV. will später im Jahr nach Assisi reisen und am Sarg des Heiligen beten.

Franz von Assisi wurde um 1181 als Sohn eines reichen Tuchhändlers in der Stadt Assisi geboren. Auf eine verschwenderische Jugend folgt die Vision: Er sollte die Kirche retten und die Welt erlösen durch radikalen Verzicht auf allen Besitz. Die Franziskaner provozierten in der Folge den Klerus durch ihr Armutsideal. Schon zwei Jahre nach dem Tod mit Mitte 40 wurde Franz heiliggesprochen. Mit seinem Tod im Jahr 1226 begann ein Streit, der bis heute andauert: Wie reich und wie mächtig darf die Kirche sein?