Die Entscheidung von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, den
Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig zu stoppen, verursachte viel Kritik. Denn Weimer möchte auch, dass künftig nur noch ein Exemplar von jedem Werk gesammelt wird – und das digital. Laut Gesetz muss jedoch jedes in Deutschland erscheinende Medienwerk mit
zwei physischen Exemplaren in der Nationalbibliothek
vorliegen. Anlass, den Leiter der Nationalbiblothek Frank Scholz dazu zu befragen, was er von Weimers Entscheidung hält.
DIE ZEIT: Herr Scholze, die Deutsche
Nationalbibliothek hat die Aufgabe, alle veröffentlichten deutschsprachigen
Medienwerke zu sammeln. Täglich kommen rund 13.000 Medien dazu, davon 3.300
analoge. Ist denn eine physische Sammlung von Millionen Büchern, Zeitschriften
und Tonträgern noch zeitgemäß?
