
Der afrikanische Küstenstaat Mosambik erlebt eine der schwersten Flutkatastrophen seit Jahrzehnten. Heftige Regenfälle seit Ende Dezember haben Überschwemmungen im Süden des Landes an der Ostküste Afrikas ausgelöst, von denen mehr als 600.000 Menschen betroffen sind. Mindestens 50 Menschen sind nach Angaben der Katastrophenbehörde des Landes ums Leben gekommen, wie das Notfallkoordinierungszentrum der Europäischen Kommission mitteilte.
Weitere Regenfälle erwartet
In den kommenden 24 Stunden würden weitere, teils sehr schwere Regenfälle im Süden des Landes erwartet, hieß es weiter. Betroffen sind vor allem die Provinzen Gaza, Maputo, Inhambane und Sofala. Rund 78.200 Menschen harrten weiter in Notunterkünften aus, Tausende Häuser seien zerstört worden. Gesundheitseinrichtungen und wichtige Infrastruktur seien stark betroffen, sagte die Leiterin des UN-Nothilfebüros OCHA in Mosambik, Paola Emerson. 90 Prozent der Bevölkerung des Landes lebte in Lehmhäusern, die „nach wenigen Tagen Regen praktisch schmelzen“, sagte Emerson. In neun Provinzen seien etwa 5.000 Kilometer Straßen beschädigt worden. Die Hauptstraße, die die Hauptstadt Maputo mit dem Rest des Landes verbinde, sei unpassierbar.
Auch Mosambiks Nachbarstaaten Südafrika und Simbabwe erleben nach schweren Regenfällen derzeit Überschwemmungen. In Südafrika sei die Zahl der Todesopfer seit Ende Dezember auf 30 gestiegen, teilte das Notfallkoordinierungszentrum der Europäischen Kommission mit. Am stärksten betroffen seien die Provinzen Limpopo und Mpumalanga im Norden. Die Regierung rief deshalb am Sonntag den nationalen Katastrophenfall aus. In Simbabwe wurden demnach 70 Todesfälle gemeldet.
