Das Kabinenpersonal der Lufthansa ist in einen eintägigen Streik getreten. Die Kabinengewerkschaft Ufo rief rund 20.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter seit Mitternacht zum Ausstand auf, um in den Tarifkonflikten der Lufthansa-Kernmarke und der Regionaltochter Cityline den Druck zu erhöhen. Nach zwei Runden Pilotenstreiks ist es in diesem Jahr bereits der dritte große Streik bei Deutschlands größter Fluggesellschaft.
Bestreikt werden bis 22 Uhr Abflüge der Lufthansa von den Drehkreuzen Frankfurt am Main und München sowie der Cityline von neun deutschen Flughäfen, darunter Berlin, Leipzig/Halle und Stuttgart. Am Drehkreuz Frankfurt wurden von knapp 350 geplanten Abflügen rund drei Viertel gestrichen. Weil Flugzeuge an ausländischen Zielen fehlen, fallen auch zahlreiche Rückflüge von Osterurlaubern aus.
Umbuchungen und Entschädigungen
Dem Streik waren ein Warnstreik Mitte Februar und eine Urabstimmung vorausgegangen. 94 Prozent der beteiligten Beschäftigten stimmten für einen Arbeitskampf, bei Cityline waren es fast 99 Prozent. Ufo wirft der Lufthansa vor, in den acht Wochen seither kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt und stattdessen weitere Einschnitte in den Arbeitsbedingungen gefordert zu haben. Die Verhandlungen seien gescheitert.
Bei der Lufthansa-Kernmarke fordert Ufo Erleichterungen beim Manteltarifvertrag, darunter Arbeitszeitentlastungen für rund 18.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter. Bei Cityline streiten die rund 800 Beschäftigten um einen Sozialtarifvertrag. Die Airline soll im kommenden Jahr eingestellt werden.
Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann nannte den Streik
“verantwortungslos”. Als Reaktion will das Unternehmen zusätzliche Flüge
über ihre Tochtergesellschaften anbieten und größere Maschinen
einsetzen. Betroffene Passagiere können ihre Tickets umbuchen oder
erstatten lassen. Bei Verspätungen von mehr als drei Stunden stehen
Fluggästen Entschädigungen zu. Die Airline muss zudem für alternativen
Transport, Verpflegung und Unterkunft sorgen.
