
Sarah Ferguson, die frühere Herzogin von York und frühere Gattin Prinz Andrews, hat nun auch ihre eigene Wohltätigkeitsstiftung „Sarah’s Trust“ bis auf Weiteres eingestellt. Der Schritt sei „schon seit Monaten“ erwogen worden, hieß es in einer Mitteilung der Stiftung; dass er jetzt vollzogen wird, hat offenkundig mit der Veröffentlichung neuer Details über die Freundschaft Fergusons mit dem Finanzier und Missbrauchtäter Jeffrey Epstein zu tun.
Diese Neuigkeiten haben zwar – anders als die von Epstein vermittelte mutmaßliche sexuelle Begegnung ihres Gatten mit der damals minderjährigen Virginia Roberts – keine strafrechtliche Relevanz. Sie beflecken allerdings das öffentliche Bild einer Prominenten, die in den vergangenen Jahren mit Eifer an einem positiven Profil arbeitete, sich vor Jahrzehnten schon als Kinderbuchautorin präsentierte und zuletzt ihre doppelte Krebserkrankung zu öffentlichen Mutmach-Appellen nutzte.
Erst sagte sie sich von Epstein los – dann entschuldigte sie sich heimlich bei ihm
Auch Sarah’s Trust spielte eine Rolle in diesem Bemühen. Die Stiftung entstand zu Beginn der Covid-Pandemie und hatte den Zweck, das Personal im britischen Gesundheitswesen mit nützlichen Gaben zu unterstützen, von Schutzkleidung und Masken bis hin zu Toilettenartikeln. In den vergangenen Monaten hatten schon andere wohltätige Einrichtungen, etwa ein Kinderhospiz, die Schirmherrschaft der Herzogin von York gekündigt. Man stieß sich zunächst vor allem daran, dass Ferguson sich 2011, drei Jahre nach Epsteins erster Verurteilung als Sexualstraftäter, öffentlich von ihm lossagte, sich dafür anschließend aber heimlich bei ihm entschuldigte und versprach, weiter mit ihm befreundet zu sein.
Die nun von amerikanischen Strafverfolgungsbehörden veröffentlichten privaten Textnachrichten belegen, dass die damalige Herzogin in den Jahren davor mit Hingabe und Eifer ihre Verbindung zu Epstein pflegte, ihn um Geld anging und um Rat fragte. Die Texte legen auch nahe, dass sie ihn nur wenige Tage nach der Verbüßung seiner ersten Haftstrafe 2009 gemeinsam mit ihren beiden Töchtern Beatrice und Eugenie in Miami zum Mittagessen traf und ihn ein Jahr später zur Feier des fünfzigsten Geburtstags ihres geschiedenen Gatten Andrew in den Buckingham-Palast einlud.
Bei anderer Gelegenheit bot sie an, eine Einladung zum Tee im Londoner Palast oder in Windsor zu organisieren. Ihre Offerten reichten noch weiter. Eine ihrer Nachrichten endet mit überschwänglichem Lob („Ich habe gar nicht die Worte, um meine Liebe und Dankbarkeit zu beschreiben“) und dem Angebot: „Heirate mich doch.“
