Für Frauen in Sachsen gehören Kinder nicht mehr selbstverständlich zur Zukunftsplanung. Das geht aus einer vom Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG) und dem sächsischen Sozialministerium vorgestellten Studie hervor. Demnach sind Kinder nur noch für 57 Prozent der befragten Frauen ein fester Teil ihres Lebensentwurfs. Vor zwölf Jahren war dies noch für 83 Prozent der Frauen in Sachsen selbstverständlich.
Ministerin will gute Bedingungen für Familiengründung schaffen
Als Gründe für das Zurückstellen des Kinderwunsches werden häufig Sorgen wegen der aktuellen Krisen (31 Prozent), finanzielle Unsicherheit (30 Prozent) und das Fehlen einer passenden Partnerschaft (30 Prozent) genannt.
«Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Frauen heute ihr Leben sehr individuell planen und Kinder nicht mehr selbstverständlich zur Zukunftsplanung gehören», sagte Sachsens Sozialministerin Petra Köpping. Ihr sei es aber wichtig, dass junge Menschen mit Zuversicht in die Zukunft schauen und sich ein Leben mit Kindern vorstellen könnten, betonte die SPD-Politikerin. «Als Freistaat werden wir weiterhin die geeigneten Bedingungen für die Gründung einer Familie bieten».
Partnerschaft für Familiengründung wichtig, Ehe nicht
Für die Befragten spielt eine stabile Partnerschaft für die Familiengründung eine wichtige Rolle, eine Heirat ist jedoch weniger wichtig: Bei der Geburt ihres ersten Kindes sind weniger als die Hälfte (45 Prozent) der Frauen in Sachsen verheiratet. Dennoch sind mehrjährige Partnerschaften bei der ersten Geburt mit einem Anteil von 79 Prozent die Regel. Die Hälfte der Frauen (50 Prozent) lebt mindestens fünf Jahre in einer Beziehung, wenn sie ihr erstes Kind bekommen.
Das sozialwissenschaftliche Forschungsinstitut zu Geschlechterfragen Freiburg hatte für die Studie 1.773 Frauen zwischen 20 und 44 Jahren zu Aspekten der Familienplanung wie Kinderwunsch, Schwangerschaften, Partnerschaft und Verhütung befragt.
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