
Die Europäische Raumfahrtagentur ESA hat am Samstag zwei Navigationssatelliten in die Umlaufbahn gebracht. Es handelt sich um die ersten beiden Flugkörper des Programms Celeste, wie die ESA an ihrem deutschen Sitz in Darmstadt mitteilte. Celeste wird nach ihren Angaben das europäische Navigationssystem Galileo ergänzen. Die Daten sollen für den Schiffs- und Flugverkehr sowie für die Steuerung autonomer Fahrzeuge verwendet werden.
Eine Rakete mit den ersten beiden Flugkörpern ist am Samstagvormittag in Neuseeland abgehoben, wie die ESA berichtete. Zwei Stunden später empfing eine Bodenstation das erste Signal, mit dem die Satelliten anzeigen, dass ihre Solarpaneele sich wie geplant entfaltet haben und die Technik einsatzbereit ist. Das Celeste-Programm umfasst elf Satelliten, die vom nächsten Jahr an in die Umlaufbahn gebracht werden sollen.
Die neuen Satelliten kreisen der ESA zufolge in einer niedrigeren Umlaufbahn um die Erde als die bisherigen Navigationssatelliten und ermöglichen damit eine genauere Orientierung, besonders in Großstädten. Damit kann ein Smartphone zum Beispiel zwischen hohen Gebäuden seinen Standort schneller und genauer bestimmen. „Mit dieser Mission testen wir neue Grenzen für die Satellitennavigation“, sagte ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher nach dem Start.
„In den letzten zwei Jahrzehnten ist die Satellitennavigation zu einem festen Bestandteil unserer Gesellschaft geworden“, erläuterte Francisco-Javier Benedicto Ruiz, bei der ESA Direktor für Navigation. Wenn Europa über eigene Satelliten verfüge, mache es sich unabhängig. Das Programm Celeste werde Wirtschaftswachstum anstoßen, weil Unternehmen die Daten kommerziell nutzen könnten.
