Nach der
jüngsten Nasa-Mondmission “Artemis 2” hat Europa eigene Pläne zur Erforschung des Monds. “Wir sind zurück im Spiel”, sagte Daniel Neuenschwander, Direktor
für astronautische und robotergestützte Raumfahrt bei der europäischen
Raumfahrtagentur Esa. Um den Mond, seine Ressourcen und das Zusammenwirken von Mond
und Erde besser zu verstehen, sei das Ziel, vor 2040 eine permanente europäische
Forschungsstation auf dem Mond zu errichten.
Die USA seien
als Partner weiter wichtig. Schon bald sollen auch europäische Astronauten bei
einer Artemis-Mission dabei sein. Mit Artemis 4 sollen 2028 sogar
Astronauten auf dem Mond landen. Esa-Chef Josef Aschbacher hatte vor Kurzem verkündet, Deutschland sei als erstes Land an der Reihe, wenn es um Esa-Astronauten
für Mondmissionen gehe.
Die Esa möchte
2030 mit dem unbemannten Mondlander Argonaut selbst Geräte zum Mond senden.
Mitgebrachte Vehikel sollten sich dann über die Mondoberfläche bewegen, sagte Neuenschwander. Damit Astronauten auf dem
Mond bleiben können, müsse man weiter an den Lebenserhaltungssystemen arbeiten. “Wie kann man Wasser aus dem Mond rausziehen, wie Sauerstoff generieren,
wie die Crew vor Strahlen schützen? Wie kann man die Mondnacht überstehen, die
eine Länge von 14 Erdtagen hat?”, sagte er.
Mondumrundung ohne Europa nicht möglich gewesen
Europa war
maßgeblich an der jüngsten Mondmission Artemis 2 beteiligt. “Der aktuelle
Flug zum Mond wäre ohne das Antriebssystem der Esa gar nicht möglich gewesen”,
sagte der Raumfahrtexperte. Die Esa hatte für die
Mission das sogenannte European Service Module (ESM) geliefert, das die Astronauten
unter anderem mit Sauerstoff, Wasser und Strom. Zudem stellte es den Antrieb
für die “Orion”-Kapsel, in der sie zum Mond flogen.
Bei der
Artemis 2-Mission der US-Weltraumagentur Nasa waren vier Astronauten um den Mond geflogen und wieder auf der Erde gelandet. Seit
1972 war kein Mensch mehr in der Nähe des Mondes.
