Energiekrisen können Erweckungserlebnisse sein. Schnellen die Öl- und Gaspreise nach oben, wächst das Bewusstsein für die Störanfälligkeit unseres Alltags. Plötzlich rücken jene fossilen Infrastrukturen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, die den Augen und Ohren der meisten Menschen sonst entzogen sind: Pipelines, LNG-Terminals, Öltanker. Steht der Transport der Brennstoffe still, fängt die unsichtbare Hand des Marktes an zu zittern.
Und die Börsen werden nervös, die Benzinpreise wechseln ständig. Während dies hierzulande dazu führte, dass Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche den Tankstellen nur noch eine Preissteigerung am Tag erlauben will, sind die Folgen des Irankriegs in Südostasien schon heftiger. In Myanmar dürfen Privatautos etwa nur noch jeden zweiten Tag fahren, die Philippinen führten die Viertagewoche ein.
