Im Zuge der Ermittlungen mit Bezug zu Jeffrey Epstein will die britische Regierung alte Akten von der Ernennung von Peter Mandelson zum US-Botschafter veröffentlichen. Kabinettsminister Darren Jones von der Labour Party kündigte an, eine erste Tranche solle noch am Nachmittag herausgegeben werden. Zunächst würden die Unterlagen vom Geheimdienstausschuss des Parlaments geprüft.
Die Polizei mahnte die Regierung vor der Veröffentlichung, keine Dokumente zu veröffentlichen, die laufende Ermittlungen gegen Mandelson beeinträchtigen könnten. Der 72-Jährige war am 23. Februar in seinem Londoner Wohnhaus wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen worden – kam kurz darauf jedoch wieder frei.
Gegen den früheren Minister und Ex-Diplomaten wird wegen möglichen Fehlverhaltens im Zusammenhang mit seinen Kontakten zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Epstein aber weiter ermittelt. Mandelson weist die Vorwürfe zurück, angeklagt ist er bislang nicht. Auch Vorwürfe sexueller Übergriffe stehen bislang nicht gegen ihn im Raum
Mandelson soll bereits 2008 marktrelevante Informationen an Epstein weitergegeben haben
Zuvor hatten Abgeordnete die Regierung von Premierminister Keir Starmer dazu gedrängt, Tausende Akten offenzulegen. Zwar hatte der britische Premier Mandelson im September nach Berichten über dessen Verbindungen zu Epstein entlassen, er sieht sich jedoch weiterhin heftiger Kritik ausgesetzt, da er ihm zuvor den Posten des Botschafters in den USA angeboten hatte.
Mit der nun angekündigten Veröffentlichung der Akten will die britische Regierung die Entscheidung Starmers nachvollziehbar machen, Mandelson zu Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump auf den einflussreichen Posten zu berufen, obwohl er mit Epstein befreundet war. Laut der britischen Regierung geht aus den Dokumenten hervor, dass Mandelson die Behörden über das Ausmaß seiner Beziehung zu Epstein getäuscht hat.
Aus Dokumenten zu Epstein, die das US-Justizministerium Ende Januar veröffentlicht hatte, ergibt sich der Verdacht, dass Mandelson dem verurteilten Sexualstraftäter bereits während seiner Zeit als britischer Wirtschaftsminister nach der Finanzkrise 2008 marktrelevante Informationen zukommen ließ. Außerdem soll er Epstein zugesichert haben, sich innerhalb der Regierung für eine Senkung der Steuer auf Bankerboni einzusetzen.
