
Es ist eine Weile her, dass ein Frankfurter Frauenteam einen nennenswerten Fußballtitel gewann. Vor elf Jahren sicherte sich der 1. FFC, der insgesamt siebenmal deutscher Meister wurde, letztmals die Champions-League-Trophäe.
Seit der Fusion mit der Eintracht 2020 standen die Spielerinnen in der anschließenden Saison einmal dicht vor einem großen Erfolg: Sie unterlagen aber im Finale des DFB-Pokals dem VfL Wolfsburg. Nun bietet sich aufs Neue die Chance auf ein Achtungsergebnis, das den Briefkopf des Klubs schmücken und zugleich das Selbstverständnis merklich steigern würde.
Im UEFA Women’s Europa Cup, der von der Europäischen Fußballunion als Wettbewerb unterhalb der Königsklasse ins Leben gerufen wurde, qualifizierte sich die Auswahl von Niko Arnautis durch eine Reihe zielstrebiger Auftritte für das Halbfinale. An diesem Mittwoch kommt es im Stadion am Brentanobad gegen BK Häcken zum Hinspiel (18.30 Uhr, Eintracht-TV).
Die Schwedinnen mit einem Kaltstart
Die Schwedinnen gingen zuletzt souverän aus der heimischen Liga hervor, deren Rundenabschluss von Mitte November datiert. Seitdem war die Elf, die ihre Partien in Göteborg austrägt, nur bei internationalen Einsätzen, in Testspielen und Pokal-Matches gefordert; der reguläre Spielbetrieb in der Damallsvenskan ruht den Winter über und startet erst an diesem Wochenende wieder.
Der Auftritt am Main, für den wenig frühlingshafte Witterungsbedingungen vorhergesagt sind, ähnelt für sie einem Kaltstart. Dabei kommt es für die Frankfurterinnen auch zum Wiedersehen mit Mittelfeldspielerin Pernille Sanvig, deren Leihe nach Häcken die SGE-Offiziellen im Januar bis Ende Juni verlängerten. Felicia Schröder, die schwedische Nationalstürmerin, die europaweit zu den am meisten beachteten Talenten zählt, hat trotz ihrer Jugend bereits eine Schlüsselrolle bei den Skandinavierinnen übernommen; die Teenagerin, die im kommenden Monat 19 Jahre alt wird, erzielte in der vergangenen Saison in 37 Spielen vierzig Treffer.
Die Eintracht, die sich ihrerseits zuletzt stabilisierte und durch zwei ungefährdete Siege gegen Hoffenheim (2:0) und den Hamburger SV (4:1) die Bundesligaposition als Tabellendritte festigte, möchte eine Ausgangslage erzielen, aus der sie dann zuversichtlich in den zweiten Teil der Auseinandersetzung am Gründonnerstag gehen kann. „Wir wissen um die Stärken von Häcken, aber auch, dass wir eine enorme Qualität haben“, sagte Arnautis, „wir wollen mit Herz Fußball spielen.“
Der Coach sprach von einer „großen Gier“ und dem „Hunger auf Erfolg“, der sie alle motiviere. Die Bedeutung des Auftritts auf der besonderen Bühne sei jeder Einzelnen im Kader bewusst: „Wir wollen dem Adler eine Energie verleihen“, kündigte der Fünfundvierzigjährige in prosaischem Tonfall an, „dass er hoch fliegen wird.“
