
Schon nach ein paar Sekunden hört man das Surren nicht mehr. Die Drohne steigt wie an der Schnur gezogen in die Höhe. Im grauen Himmel fällt das weiße Fluggerät kaum noch auf. In einem echten Einsatz würden die Soldaten jetzt schnell ihr Startkatapult einsammeln und das offene Feld im Laufschritt verlassen. Denn unter freiem Himmel wird man im Drohnenkrieg schnell selbst zum Ziel. Sobald das Fluggerät eine gewisse Höhe erreicht hat, wechselt der Pilot vom Steuerpult auf den Laptop. Dort laufen die Aufnahmen der Bordkamera ein, mit Maus und Tastatur lässt sich die Flugbahn einstellen. Der Pilot und sein Assistent suchen dann am Bildschirm nach lohnenden Zielen.
Hier, auf dem Testgelände des Unternehmens DeViRo nahe der südukrainischen Millionenstadt Dnipro geht es dabei nur um Attrappen. Die Frontlinie ist rund 100 Kilometer entfernt. In der Stadt schlagen regelmäßig Raketen und russische Langstreckendrohnen ein. Bei ihren Flugrunden über die weiten Felder achten die Piloten deshalb darauf, in der Nähe der Straßen nicht zu tief zu fliegen, um den Menschen keine Angst ein zu jagen. Vom Boden aus ist eine feindliche Drohne nämlich kaum von einer eigenen zu unterscheiden.
