
Die Spitzenverbände des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) haben am Samstag eine Art Findungskommission für die Wahl des DOSB-Präsidiums im Dezember berufen. Dem Gremium gehören Alfons Hölzl, der Präsident des Deutschen Turner-Bundes (DTB), und der Präsident des Deutschen Basketball-Bundes (DBB), Ingo Weiss an. „Das stimmt“, sagte Weiss am Sonntag auf Anfrage, „vor dem deutschen Sport liegen wichtige Aufgaben. Deshalb müssen wir gut vorbereitet sein. Wir werden im ersten Schritt auf die Mitglieder des gegenwärtigen Präsidiums zugehen und sie nach ihren Absichten fragen.“
Bislang ist nicht klar, ob DOSB-Präsident Thomas Weikert noch einmal kandidieren will. Der wegen seiner Offenheit und Menschlichkeit geschätzte Rechtsanwalt aus Limburg weiß allerdings schon länger, dass er an Unterstützung verloren hat. Im vergangenen Frühjahr ließen ihn die Landessportbünde (LSB) mitteilen, dass sie ihn nicht mehr wählen wollten. Allerdings verfügen die LSB nicht über die Mehrheit der Stimmen. Weikert will in den nächsten Wochen entscheiden, ob er sich zur Wiederwahl stellt. Sollte er noch einmal antreten, käme es nach Informationen der F.A.Z. zu einer Gegenkandidatur.
Hölzl neuer Sprecher der Spitzenverbände
Die Ständige Konferenz der Spitzenverbände wählte zudem Alfons Hölzl in Abwesenheit seines Vorgängers Andreas Michelmann zum neuen Sprecher der Spitzenverbände. Der Präsident des Deutschen Handball-Bundes hatte an der Sitzung wegen einer kurzfristigen Erkrankung nicht teilnehmen können.
„Das ist in Ordnung so“, sagte Michelmann der F.A.Z., „Alfons Hölzl hatte mich am Morgen vor der Sitzung angerufen und informiert, dass er kandidiert, und ich habe ihm viel Erfolg gewünscht.“ Da Michelmann als Sprecher der Spitzenverbände qua Amt in die Evaluierungskommission für die Olympiabewerbung entsandt wurde, bestimmte die Versammlung einen Nachfolger. Hölzl verzichtete zur Vermeidung eines Interessenkonfliktes. Stattdessen wird DBB-Chef Weiss die Spitzenverbände in dem Gremium vertreten.
Aufgabe der Kommission ist es, das Evaluierungsergebnis zu bestätigen sowie die Einhaltung der vereinbarten Kriterien und deren Nachvollziehbarkeit zu überprüfen. Sie wird nach Prüfung eine Empfehlung für die außerordentliche Mitgliederversammlung des DOSB am 26. September in Baden-Baden aussprechen. Dort soll die Entscheidung fallen, welcher deutsche Kandidat – Berlin, Hamburg, die Region Rhein-Ruhr oder München – sich im Namen des DOSB um Olympische Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben darf.
