Schon jetzt ist klar, dass „Der Teufel trägt Prada 2“ – von Ende April an im Kino – der Modefilm des Jahres wird. Drei Wochen vor dem Start ist Meryl Streep, die Miranda Priestly in der Hauptrolle spielt, jene teuflische New Yorker Chefredakteurin, nicht nur zu Werbezwecken für den Film unterwegs. Die Mode, die sie trägt, bewirbt sie gleich mit. Beinahe täglich vermelden Marken, dass Streep ihre Jacke, ihre Tasche oder ihre Sonnenbrille auf einem roten Teppich getragen hat. Letztere Kategorie dürfte in diesem Fall der Heilige Gral der Promi-Ausstattung sein, denn von Meryl Streep ist es hier nicht weit bis zur berühmtesten Sonnenbrillenträgerin der Welt, der „Vogue“-Chefredakteurin Anna Wintour – dem Originalteufel, auf dem die Geschichte basiert. Zusammen sind Streep und Wintour auch auf dem aktuellen Cover der amerikanischen „Vogue“ zu sehen, beide mit Sonnenbrille. (Die Coverzeile dazu: „When Miranda met Anna“ – Als Miranda Anna traf).
Die Sonnenbrille, die Meryl Streep derweil auf dem roten Teppich zur Filmpromo trägt, ist jedenfalls von Emmanuelle Khanh, die Clutch von Olympia Le-Tan, der rote Hosenanzug von Dolce & Gabbana – und das war nur der Auftritt in Mexiko-Stadt, wo die Tour vergangene Woche begann. Es folgten Auftritte in New York, Tokio und Seoul.

Meryl Streep präsentiert also ihren Film, aber nebenbei präsentiert sie Mode. Führt das zum Streep-Effekt? Ist die Mode, die sie trägt, damit so schnell ausverkauft, wie es zum Beispiel durch den Kate-Effekt läuft? Die Prinzessin von Wales ist schließlich eine der wichtigsten Werbefiguren für die Mode. Etliche Marken haben vom Kate-Effekt in den vergangenen zwei Jahrzehnten profitiert, zuletzt am Ostersonntag, als die Royal Family, die immer kleiner wird und auf Bildern maßgeblich aus Catherine und William sowie deren drei Kindern zu bestehen scheint, auf dem Weg zum Gottesdienst war. Mutter und Tochter waren in Kleidern der britischen Marke Self Portrait zu sehen; dazu trug Catherine eine Tasche der britischen Marke Demellier.
Diese wird in den vergangenen Tagen von gleich zwei Effekten profitiert haben: zum einen dem Kate-Effekt an Ostern auf Schloss Windsor, zum anderen vom Streep-Effekt in New York. Auf dem Weg zur „Late Show“ wurde Streep mal wieder fotografiert – in einem Mantel mit Leopardenmuster und Schalkragen von Givenchy und einer Tasche von Demellier, Modell Hudson in Schwarz. Im Onlineshop ist es noch erhältlich. Die Sonnenbrille von Lapima, Modell Manuela, in Schwarz, die Streep bei dieser Gelegenheit trug, ist allerdings schon weg.
