
Wäre die SPD ein Bundesligaverein und hießen seine Trainer Bas und Klingbeil, dann wären sie schon hinausgeworfen worden. Doch das SPD-Präsidium entschied sich sogar noch nach der krachenden Niederlage vom Sonntag dagegen.
Bei einer solchen Entlassung würde in der SPD wohl tatsächlich das von Klingbeil auch zum Selbstschutz prophezeite Chaos drohen, mit lähmenden Folgen für die Koalition und die Regierung. Es müssten auch erst einmal Freiwillige gefunden werden, die die Partei in ihrem Abstiegskampf übernehmen wollten. Der populärste Sozialdemokrat, Pistorius, hat nach wie vor keine Lust auf ein solches Himmelfahrtskommando.
Keine Brandmauer hält die Flucht der SPD-Wähler auf
Zieht die SPD, vor allem ihr linker Flügel, aber nun endlich die richtigen Schlüsse daraus, dass ihr sogar die Stammwähler davonlaufen und diese sich von der AfD besser verstanden fühlen? Eine solche Wählerflucht lässt sich mit keiner Brandmauer aufhalten. Statt die Union immer nur vor einem Tabubruch zu warnen, den zunehmend mehr Deutsche nicht mehr als solchen ansehen, sollte auch die SPD sich stärker um die Lösung der Probleme kümmern, die die Leute der AfD in die Arme treiben.
Dazu gehören die Missstände, die durch die ungesteuerte Migration verursacht oder verschärft worden sind, von den Schulen bis zur inneren Sicherheit. Droht dann noch der wirtschaftliche Abstieg, sogar des ganzen Landes, braucht man sich über den Aufstieg der AfD nicht zu wundern.
Klingbeil, der immer wieder Reformbereitschaft bekundete, muss jetzt endlich zeigen, dass er ein Anführer ist. Die Aufgabe von Bas ist es, die Parteilinke von einer Blockade des Kurswechsels abzuhalten. Und der Kanzler muss dem Koalitionspartner klarmachen, dass die Schonzeit vorbei ist, die die Union Wähler kostete.
Von der Rücksichtnahme auf die SPD hat nicht einmal diese selbst profitiert, vom Land ganz zu schweigen. Es ist zu hoffen, dass die SPD nun endlich den Mut findet, sich den unbequemen Wahrheiten zu stellen, und sei es auch nur der Mut der Verzweiflung.
