
Wir werfen einen Blick auf die Migration in der DDR und der Bundesrepublik und darauf, was beide Systeme über Zugehörigkeit und Ausgrenzung verraten.
In der Bundesrepublik wird der millionste Gastarbeiter gefeiert, während Vertragsarbeiter in der DDR weitgehend unsichtbar bleiben. Gemeinsam mit dem Historiker und Migrationsforscher Jochen Oltmer fragen wir, welche Logik hinter diesen Unterschieden steckt und warum „Arbeit ja, Zugehörigkeit nein“, lange den Alltag und das gesellschaftliche Klima bestimmte.
Wie wirkt diese Geschichte bis heute nach? Und ist es zu kurz gegriffen, heutige politische Entwicklungen und den Erfolg der AfD allein mit dem DDR-Erbe zu erklären?
Q&A-Frage:
„Wie hätte sich Deutschland entwickelt, wenn Migration von Anfang an nicht als Ausnahme, sondern als Teil der Gesellschaft gedacht worden wäre?“
Ihre Meinung interessiert uns! Schreiben Sie uns gerne an podcast@faz.de oder schicken Sie uns eine Sprachnachricht an +49 172 778 2384. Die Fragen und Kommentare unserer Hörer besprechen wir kommenden Donnerstag in der Q&A-Folge – gemeinsam mit unserem Experten. Einsendungen können gekürzt oder auszugsweise im Podcast verwendet werden.
Gäste
Jochen Oltmer, Historiker und Migrationsforscher an der Universität Osnabrück, spricht über Parallelen und Brüche in der deutschen Migrationsgeschichte.
Matthias Oppermann, Leiter der Abteilung Zeitgeschichte der Konrad-Adenauer-Stiftung, in der Nachdenkerei über historische Kontinuitäten und politische Lernprozesse.
Quellen
Jochen Oltmer (Hg.): Handbuch Staat und Migration in Deutschland seit dem 17. Jahrhundert. Berlin 2016.
Jakob Schönhagen, Ulrich Herbert (Hg.): Migration und Migrationspolitik in Europa 1945-2020. Göttingen 2023.
Poutrus, Patrice G.: Migranten in der „Geschlossenen Gesellschaft“. Remigranten, Übersiedler, ausländische Studierende, Arbeitsmigranten in der DDR, in: J. Oltmer (Hg.), Handbuch Staat und Migration vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Berlin 2016, S. 967–995.
Rass, Christoph: 1955. Das deutsch-italienische „Anwerbeabkommen“ – Ein Wendepunkt der Migrationsgeschichte?, in: Andreas Fahrmeir (Hg.): Deutschland. Globalgeschichte einer Nation. München 2020, S. 700–704.
Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur: Völkerfreundschaft auf Abstand: Vertragsarbeit in der DDR. Historischer Hintergrund Arbeitsmigranten (abgerufen am 15. 12. 2025).
Autoren & Redaktion: Christine Brunzel, Michael Götz
Sprecherin: Sandra Klüber
Produktion: F.A.Z. Audio in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung
Soundlogo: David Brucklacher
Redaktionelle Beratung: Angelika Fey
