Die Frankfurter Commerzbank hat die von der italienischen Unicredit angestrebte Übernahme erneut abgelehnt und beharrt weiter auf seiner Eigenständigkeit. Das Angebot der italienischen Großbank biete “kein ausreichendes Wertschöpfungspotenzial” für die Commerzbank-Aktionäre, verlautete eine Stellungnahme der Commerzbank. Ein Großteil der von der Unicredit skizzierten Potenziale könnte die Commerzbank auch eigenständig erwirtschaften – ohne das Risiko einer Zusammenlegung.
Die Commerzbank kritisierte das Vorgehen der Italiener, die mit einem direkten Anteil von 26 Prozent bereits größter Aktionär der Commerzbank sind: Diese hätten “wiederholt ohne vorherige Abstimmung” kommuniziert und gehandelt. “Das ist ein Vorgehen, das den Aufbau des für eine erfolgreiche Transaktion erforderlichen gegenseitigen Vertrauens nachhaltig erschwert.”
Commerzbank will eigenständig bleiben
Auf der Homepage der Commerzbank wird die Vorstandvorsitzende Betttina Orlopp mit einer Stellungnahme zitiert: “Das Vorgehen ist nicht mit uns abgestimmt. Das in der Bekanntmachung erwartete Umtauschverhältnis enthält faktisch keine Prämie für unsere Aktionäre.”
Die Commerzbank setzt auf eine Anhebung ihrer Finanzziele, um ihre Aktionäre davon zu überzeugen, dass sie mit einer weiterhin eigenständigen Commerzbank besser fahren. Genauere Angaben dazu sollen mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen am 8. Mai folgen.
Die Unicredit war Ende 2024 bei der Commerzbank eingestiegen und hat ihre Anteile seitdem weiter erhöht. Mitte März legte sie ein Angebot für weitere Übernahmeanteile vor. Die Commerzbank-Führung und ihre Mitarbeiter sowie auch die Bundesregierung haben sich aber seit dem ersten Einstieg der Unicredit gegen eine Übernahme ausgesprochen.
