DIE ZEIT: Herr Göbel, in Ihrer Klinik helfen Sie Menschen, die unter chronischen Schmerzen leiden. Wenn ein neuer Patient kommt – wer sitzt Ihnen da gegenüber?
Hartmut Göbel: Meistens jemand, der schon sehr lange kämpft. Viele haben einen Leidensweg hinter sich mit unzähligen Behandlungen, die nicht funktioniert haben, Operationen, Medikamentenwechsel, neuen Diagnosen. Viele kommen mit Ordnern voller Befunde, MRT-Bilder, Arztbriefe, Krankenhausberichte. Sie sind richtige Profis geworden: Sie können perfekt ihre Symptome erklären, haben Hypothesen entwickelt – und hoffen immer noch, dass ich irgendwo die eine Ursache finde, die alles erklärt.
