Kein Mensch kann an einer Villa in der Toskana vorbeigehen – so einer italienisch altehrwürdigen, mit Tennisplatz und Pinien ringsherum –, ohne sich zumindest kurz zu fragen: Habe ich wirklich die richtigen Lebensentscheidungen getroffen? Selbst wenn man anderswo fünf Nobelpreiskinder in einem Palast großzieht und den ganzen Tag lacht: Wo lag der große Fehler entlang des Weges, da dieses Leben ganz offensichtlich nicht in einer toskanischen Villa an der schönsten Luft und im schönsten Licht im schönsten Italien spielt?
In dieser Hinsicht ist der Grafiker, Künstler und Autor Christoph Niemann ein ganz gewöhnlicher Mensch. Er sieht eine toskanische Villa, und er stellt sich diese einzig vernünftige Sehnsuchtsfrage. Wen kümmert es, dass jener Tennisplatz, der ihm als Bildmotiv diente, im echten Leben mit Moos überwuchert ist? (Niemann selbst sagt dazu: »Man darf seine Kunstfreiheit ja wohl noch dazu nutzen, Moos zu entfernen?!«) Steckt im Wort Verklärung nicht etwa immer noch Klärung?
