
Der Schauspieler und Komiker Christian Ulmen, gegen den dessen Ex-Frau Collien Fernandes schwere Vorwürfe erhoben hat, hat sich offenbar schon als Jugendlicher als Frau ausgegeben und Telefonsex betrieben. Im ARD-Podcast „Hörbar Rust“, der im September 2024 erschienen ist, schilderte er die ungewöhnliche Tätigkeit. Er sei noch nicht im Stimmbruch gewesen, darum habe es gut funktioniert, erklärt Ulmen in dem Gespräch mit Moderatorin Bettina Rust. Er habe 30 Mark für die Telefonate verlangt, per Überweisung auf sein Jugendkonto, „das haben die wenigsten gemacht“.
„Ich habe die Männer nicht ausgebeutet, sie haben von mir ein schönes Erlebnis bekommen“, sagt Ulmen. Die Männer hätten nicht gewusst, dass sie mit einem Vierzehnjährigen sprechen – „sie dachten, sie sprechen mit einer Lady“. Später korrigiert Ulmen sich, er sei vielleicht auch schon 15 Jahre alt gewesen. Komisch sei es besonders immer dann geworden, wenn es um Fetische gegangen sei.
„Du kannst denen alles erzählen“
In einem „Spiegel“-Bericht und später auf Instagram hatte Ulmens frühere Ehefrau, Collien Fernandes, vergangene Woche Vorwürfe gegen ihn erhoben. Der Fünfzigjährige sei für die Verbreitung von gefälschten Nacktfotos und Sexvideos von ihr verantwortlich, die „privat anmuten und so wirken sollten, als habe ich mich selbst nackt fotografiert und heimlich beim Sex gefilmt“. Er habe diese Aufnahmen „Hunderten von Männern“ geschickt. Es soll auch zu Telefonsex gekommen sein. „Das ganze Spiel“ habe über einen Zeitraum von zehn Jahren hinweg stattgefunden. Der Anwalt Ulmens spricht gegenüber der F.A.Z. von „unwahren Tatsachen“ und kündigt rechtliche Schritte an; es gilt die Unschuldsvermutung.
Auch 2018 hatte Ulmen angegeben, sein erstes Geld mit Telefonsex verdient zu haben. In einem „Zeit“-Podcast erzählte er, wie er zusammen mit Freunden mit verstellter Stimme Telefonsex mit Männern hatte. Er habe insgesamt vielleicht 100 Mark verdient. Auf die Frage, ob „Sex vorspielen“ ihm als Teenager nicht schwergefallen sei, erklärte Ulmen: „Es war ziemlich einfach. Weil die Männer das ja wollen. Du kannst denen alles erzählen.“
Am lustigsten seien Männer gewesen, die devot sein und Befehle von den Frauen erhalten wollten. Sie hätten die Männer etwa angewiesen, wie ein Pferd zu wiehern. „Die Männer haben alles mitgemacht.“ Diese hätten sich auch darauf einlassen wollen. „Ich glaub, du musst auch gar nicht gut stöhnen oder so. Man hätte auch einfach nur in den Hörer atmen können. Das hätte die genauso erregt.“ Irgendwann sei es aber langweilig geworden, weil es so einfach gewesen sei.
Ulmen hatte 2013 auch schon eine Fernsehsendung unter dem Titel „Who wants to fuck my girlfriend?“ moderiert. In zwölf Episoden mussten die Freundinnen von zwei Kandidaten für den Sender Tele 5 Aufgaben erfüllen, zum Beispiel Gäste in einem Café oder Friseursalon unterhalten. Punkte gab es zum Beispiel für jeden Blick, den die Freundinnen auf sich zogen. Die meisten Punkte gab es, wenn ein Gast während des Treffens Sex wollte. Der Gewinner-Kandidat bekam am Ende einen Kranz mit einer Schleife und der Aufschrift: „Everybody wants to fuck my girlfriend“. Ulmen wurde damals einerseits Sexismus vorgeworfen – seine Verteidiger bezeichneten die Sendung hingegen als „Meisterstück“ und sahen darin eine intelligente Satire auf die Männer, die auf die Flirtversuche hereinfielen.
