
Die Einfuhren legten demnach um 27,4 Prozent zu. Der Handelsüberschuss belief sich auf 105,4 Milliarden US-Dollar (rund 91 Milliarden Euro). Damit lagen die Zuwächse noch über den bereits starken Werten des Vormonats.
Die Ausfuhren werden unter anderem gestützt vom Export von Elektronik und Technologieprodukten, die etwa für den Ausbau von Rechenzentren benötigt werden. Auch grüne Technologien wie Elektroautos, Lithium-Ionen-Batterien und Photovoltaikprodukte zählen zu Chinas wichtigen Exportbereichen. Zugleich könnten Unternehmen im Ausland Bestellungen vorgezogen haben, um sich gegen mögliche Störungen in Lieferketten abzusichern.
Deutlich mehr in USA geliefert
Besonders groß fiel der Anstieg der Exporte in Richtung USA aus: Sie kletterten im Jahresvergleich um 35,4 Prozent. In die USA seien Waren für 39 Milliarden Dollar (knapp 34 Milliarden Euro) geliefert worden, erklärte die Zollbehörde. Im Mai 2025 waren es inmitten eines Handelskrieges nur 28,8 Milliarden Dollar.
US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Monat China besucht. Eines der wichtigsten Gesprächsthemen war die Verbesserung der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen.
Trump hatte nach seinem erneuten Amtsantritt Anfang 2025 durch Sonderzölle einen erbitterten Handelskrieg mit China entfacht, mit gegenseitigen Importaufschlägen von zwischenzeitlich bis zu 145 Prozent. Inzwischen gilt eine Art Burgfrieden in dem Konflikt.
Für Peking kommt die Entwicklung in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Die Binnennachfrage bleibt schwach, die Immobilienkrise belastet weiter, und Teile der Industrie leiden unter Überkapazitäten und Preisdruck. Der starke Außenhandel kann diese Probleme abfedern, trägt aber zugleich zu Spannungen mit Handelspartnern bei, die Chinas export- und industriegetriebenes Wachstumsmodell kritisieren.
