
Vorsicht, Blitzer. In dieser Woche finden auf den deutschen Straßen wieder verstärkt Geschwindigkeitskontrollen statt. Am Mittwoch wird auch in Hessen wieder besonders häufig geblitzt: Das Land beteiligt sich an dem in ganz Europa veranstalteten „Speedmarathon“. Die hessische Polizei und die mitwirkenden Städte und Gemeinden wollen ihre Tempokontrollen nach eigenen Angaben deutlich ausweiten – mit dem Ziel, Autofahrer auf die Gefahren von zu schnellem Fahren hinzuweisen und die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Neben fest installierten Blitzern kommen dabei auch Handlasermessgeräte, mobile Geschwindigkeitsmessanlagen sowie zivile Polizeifahrzeuge mit moderner Videomesstechnik zum Einsatz. Allein in Hessen würden am Mittwoch mehr als 570 Polizisten sowie kommunale Mitarbeiter an mehr als 230 Messstellen kontrollieren, heißt es. Zu hohe oder nicht angepasste Geschwindigkeiten gehören zu den häufigsten Ursachen schwerer Verkehrsunfälle.
Nach Angaben der hessischen Polizei finden die Kontrollen im ganzen Land zwischen sechs und 22 Uhr statt. Anders als bei reinen „Knöllchen“-Aktionen soll es dabei nicht nur um Bußgeldbescheide gehen. Verkehrssünder sollen möglichst direkt am Ort des Geschehens angehalten werden, um sie mit ihrem Verkehrsverstoß zu konfrontieren und über Risiken und Folgen überhöhter Geschwindigkeit aufzuklären. Die Aktion zielt darauf, die Bereitschaft zu angepasster Geschwindigkeit zu erhöhen – und damit Unfälle zu vermeiden oder deren Folgen zu mindern.
„Wer rast, spielt mit Menschenleben“
Der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) nutzt den Aktionstag für einen deutlichen Appell. Geschwindigkeitsverstöße seien „kein Kavaliersdelikt“, sondern könnten „fatale Folgen“ haben – bis hin zu zerstörten Familien und verlorenen Leben. Konsequenzen, mehr Kontrollen und eine klare Haltung seien notwendig, so Poseck. Gleichzeitig betont er die Verantwortung jedes Einzelnen: Verkehrssicherheit beginne bei regelkonformem Verhalten.
Koordiniert werden Einsatz und Messungen nach Polizeiangaben von Polizeioberrat Stefan Jilg vom Polizeipräsidium Mittelhessen. Der Speedmarathon sei inzwischen „ein fester Bestandteil der Verkehrssicherheitsarbeit“ und solle Bewusstsein schaffen, Tempo reduzieren und Unfälle verhindern, sagt er. Flankiert werde der Aktionstag zudem durch Präventionsangebote, die sich besonders an junge Fahrerinnen und Fahrer richten – genannt wird etwa das Programm „CrashKurs“, das die Folgen schwerer Unfälle verdeutlichen soll.
Bemerkenswert ist, dass die Polizei sämtliche Messstellen im Vorfeld veröffentlicht (unter polizei.hessen.de im Internet). Das ist ausdrücklich Teil des Konzepts: Nicht das „Erwischen“ um jeden Preis stehe im Vordergrund, sondern die öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema Geschwindigkeit. Allerdings weist die Polizei zugleich darauf hin, dass zusätzliche unangekündigte Kontrollen oder kurzfristige Änderungen möglich sind – wie an jedem anderen Tag auch.
