Da ist diese eine Freundin, die sich beim Kaffeetrinken immer über ihren Freund beschwert. Die von den Problemen erzählt, die nicht weniger werden und die man versucht zu trösten. Bis sie einen Schlussstrich zieht und die Beziehung beendet. Und plötzlich muss man sie nicht mehr trösten. Und man sieht mit Erstaunen, wie gut sie das Leben nach der Trennung hinbekommt.
So gut, dass sich ein anderer Freund inspiriert fühlt, seine Beziehung zu überdenken, in der es auch schon länger kriselt. Und schon gibt es mehrere Trennungen im Freundeskreis. Warum? Das ist manchmal gar nicht so klar. Vielleicht kippte die Stimmung in der Clique, weil alle nur noch über Beziehungen, Krisen, Schlussmachen und Neuanfänge sprachen. Oder die Trennung wirkte tatsächlich “ansteckend”: Ein geglücktes Ende gab anderen den Mut, selbst zu gehen – oder löste Unsicherheit darüber aus, wie glücklich die eigene Partnerschaft eigentlich noch ist.
Dass sich Scheidungen tatsächlich in Freundeskreisen ausbreiten und sogenannte Cluster bilden können, haben die US-amerikanischen Forschenden Rose McDermott, James Fowler und Nicholas Christakis in einer Studie rausgefunden. So unterschiedlich romantische und sexuelle Praktiken auch sein mögen, sie werden alle stark davon beeinflusst, inwieweit diese Verhaltensweisen im eigenen sozialen Umfeld vorkommen. Trennungen oder Scheidungen fügen sich damit in ein Muster ein, bei dem solche scheinbar zutiefst persönlichen Angelegenheiten tatsächlich teilweise durch kollektive Prozesse in sozialen Netzwerken bestimmt werden können, vermuten die Forschenden.
Wir wollen von Menschen hören, die das in ihrem Freundeskreis erlebt haben: Haben Sie sich getrennt – und danach sind mehrere Freundinnen Ihrem Beispiel gefolgt? Oder hat ein Bekannter von Ihnen seine Beziehung beendet und Sie haben ihn sich zum Vorbild genommen? Wie haben sich Trennungen in Ihrem Freundeskreis beeinflusst?
Hatten Sie das Gefühl, dass die erste Trennung etwas “ausgelöst” hat, wie ein Scheidungsdomino? Wie hat sich der Freundeskreis dadurch verändert? Und sind die jetzt getrennten Paare ohneeinander wirklich glücklicher? Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen.
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