Man hatte damit gerechnet. Nach all den
Debatten der vergangenen zehn Tage um die Frage, ob und wie sich die Berlinale
zu den großen politischen Konflikten und im Speziellen zu Gaza verhält. Und doch war es
ein seltsames Déjà vu, bei der Abschlussgala der Berlinale viele propalästinensische
Statements zu erleben, während der Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 mit
keinem Wort erwähnt wurde.
Der palästinensisch-syrische Regisseur
Abdallah Alkhatib, ausgezeichnet für sein Spielfilmdebüt Chronicles from the Siege über Menschen inmitten von Krieg und Belagerung,
brachte die palästinensische Flagge mit auf die Bühne. In seiner Dankesrede warf
er der Bundesregierung vor, bei “dem Genozid in Gaza” mitzumachen und forderte
ein freies Palästina. Seine libanesische Kollegin Marie-Rose Osta bekam den
Goldenen Bären des Kurzfilmwettbewerbs, für ihren Film Someday a child, in dem ein Junge mit paranormalen
Fähigkeiten im Traum israelische Flugzeuge zum Abstürzen bringt. Die Kinder in
Gaza und im Libanon, sagte sie auf der Bühne, besäßen diese Kräfte jedoch
nicht. Auch in weiteren Reden tauchte der Nahostkonflikt auf.
