Hansi Flick hat nach der Champions-League-Niederlage seines FC Barcelona mit Schiedsrichter Istvan Kovacs aus Rumänien und dessen Team gehadert. Beim enttäuschenden 0:2 vor eigenem Publikum gegen Atlético Madrid störte sich der ehemalige Bundestrainer vor allem an zwei Szenen: der Platzverweis von Verteidiger Pau Cubarsi (44. Minute) sowie ein aus Flicks Sicht zu Unrecht nicht gegebener Elfmeter nach der Pause.
„Ich weiß nicht, es könnte eine Rote Karte sein oder auch nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob er den Ball ausreichend berührt hat. Der Ball war hinter ihm“, sagte Flick über die Rote Karte von Cubarsi, die die bittere Niederlage im Hinspiel des Viertelfinals mit seiner Notbremse einleitete. Direkt danach traf Julian Alvarez per Freistoß zur Führung für die Gäste. Später erzielte Alexander Sörloth den 2:0-Endstand.
Besonders gestört hatte sich Flick an einer Szene in der 55. Minute. Atlético-Profi Marc Pubill legte den Ball bei einem eigenen Abstoß mit der Hand zurecht. Für Flick ein strafbares Handspiel. „Ich verstehe nicht, warum der VAR nicht eingreift. Es ist normal, Fehler zu machen, aber in solchen Situationen – wozu haben wir denn den VAR? Das hätte ein Elfmeter und die zweite Gelbe, also die Rote Karte sein müssen. Das darf nicht vorkommen“, sagte Flick.
Der frühere Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer widersprach Flick bei der Roten Karte von Cubarsi und ordnete diese im ZDF als vollkommen regelkonform ein. Den früheren Referee störte etwas anderes: dass der Monitor in Barcelona auf der Seite der Trainerbänke angebracht war.
Kinhöfer denkt an „Kirmesfamilientag“
Kinhöfer nannte dies „amateurhaft“ und verwies auf die Bundesliga, wo der Monitor auf der anderen Seite des Rasens angebracht wird. Wie im Camp Nou bei der Sichtung der Videobilder auf Referee Kovacs eingeredet wurde, erinnerte Kinhöfer an „einen kleinen Kirmesfamilientag“.
Und während der deutsche Trainer noch mit dem Spielverlauf haderte, setzte Ronald Araújo bereits den Ton fürs Rückspiel. „Diese Mannschaft kann das schaffen. Davon bin ich überzeugt“, sagte der Verteidiger: „Wir haben es schon oft bewiesen. Es ist schwer, in ihrem Stadion zu spielen. Wenn es jemand schaffen kann, dann wir. Wir werden sie angreifen, selbst in ihrer Hälfte.“
Barcelona hatte trotz langer Überzahl das Spiel bestimmt und sich Chancen erspielt. „Wir glauben an uns. Wir haben uns mit einem Spieler weniger sehr gut geschlagen“, sagte Flick. Das Rückspiel findet am kommenden Dienstag (21 im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei DAZN) in Madrid statt. Möglicher Gegner im Halbfinale ist der FC Arsenal.
Die Zeitung „AS“ von einer „schwarzen Nacht für Barça“, während „Mundo Deportivo“ bereits vorausblickte: „Barça hofft auf ein Wunder im Metropolitano“. Für Atlético war es der erste Sieg im Camp Nou seit 2006 – Diego Simeone feierte somit im 15. Jahr als Trainer Madrids eine Premiere.
