Nach Vorwürfen
der Vetternwirtschaft gegen den baden-württembergischen AfD-Spitzenkandidaten
für die Landtagswahl, Markus Frohnmaier, haben sich Spitzenvertreter seines
Landesverbands von der Beschäftigung von Familienmitgliedern distanziert. Das habe “ein Geschmäckle”, sagt etwa Südwest-Fraktionschef Anton Baron der Nachrichtenagentur dpa. Zwar sei die Praxis der Überkreuz-Anstellungen völlig
legal. Aber man könne dabei nicht ausschließen, dass es wirklich nur um
Leistung gehe. “Wir legen extrem viel Wert auf Leistung und Qualifikation.”
AfD-Spitzenkandidat
Frohnmaier steht derzeit wegen Vorwürfen der Vetternwirtschaft in der Kritik. Er hatte bestätigt, dass seine Frau für den AfD-Bundestagsabgeordneten
Johann Martel arbeitet, wies den Vorwurf der Vetternwirtschaft aber zurück.
Auch Co-Landeschef Emil Sänze, der seit
Jahren eng mit Frohnmaier den Südwest-Landesverband führt, äußerte Kritik. “Ich begrüße
das nicht”, sagte er zu dieser Art von Beschäftigungsverhältnissen. “Für
mich arbeitet keiner aus der Verwandtschaft oder dem Bekanntenkreis.”
Sänze sagte, er komme aus dem Bankenbereich, da gebe es strikte
Regularien. Auch im Südwest-Landesverband seien ihm keine weiteren
solchen Angestelltenverhältnisse bekannt.
Frohnmaier ist
auch Vize-Fraktionschef der AfD im Bundestag und enger Vertrauter von
Parteichefin Alice Weidel. Er will Ministerpräsident Baden-Württembergs werden,
kandidiert aber nicht für den Landtag. Derzeit sieht sich auch die AfD
Sachsen-Anhalt mit Vorwürfen der Vetternwirtschaft in den eigenen Reihen
konfrontiert.
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