
Wie wichtig die Autobranche für die deutsche Volkswirtschaft ist, zeigt der Jahresbericht des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA): Auf den ersten zehn Plätzen der Unternehmen mit den meisten Patentanmeldungen 2025 liegen ausschließlich Autohersteller und deren Zulieferer. Auf diese Unternehmen verteilen sich rund 30 Prozent aller Patentanmeldungen. Auf dem ersten Rang lag die Robert Bosch GmbH mit 4109 Anmeldungen. Bosch verteidigte damit den Spitzenplatz, obwohl die Zahl der Patentanmeldungen gegenüber 2024 um knapp neun Prozent sank.
Hinter Bosch liegen im vergangenen Jahr Mercedes-Benz (2726), BMW (2553), Audi (1912) und VW (1627). Mercedes meldete fast 28 Prozent mehr Patente an und BMW elf Prozent. Die Autobranche dominiert die Anmeldungen im Bereich „Transport“, der mit 11.604 Anmeldungen wieder das mit Abstand anmeldestärkste Technologiefeld war. Nach Angaben des Patentamtes erhöhten sich die Anmeldungen im Vergleich zum Jahr 2024 um fast vier Prozent.
Elektroantriebe sorgen für viele Erfindungen
Ein wachsender Innovationsbereich bleibe die Weiterentwicklung von Elektroantrieben und den damit zusammenhängenden Komponenten. Eine immer größere Rolle spielt dem DPMA zufolge auch die Entwicklung von Informations- und Unterhaltungssystemen im Auto (Infotainment). Insgesamt erhöhten sich die Patentanmeldungen 2025 um fast fünf Prozent auf 62.050. Davon entfielen 42.349 Anmeldungen auf inländische Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie freie Erfinder. Das war ein Plus im Vergleich mit dem Vorjahr von knapp sechs Prozent. Aus dem Ausland kamen 19.701 Anmeldungen, fast drei Prozent mehr als 2024.
Deutlich und mit gut neun Prozent überdurchschnittlich legten die Anmeldungen im Sektor Elektrotechnik zu. Das Patentamt nennt als Hauptgrund dafür die starke Innovationstätigkeit bei Digitaltechnologien und in der Batterietechnik. Im Technologiefeld „Computertechnik“ erhöhten sich die Patentanmeldungen um nahezu elf Prozent auf 3679. Dazu zählen nach Angaben des DPMA unter anderem Erfindungen zur Bilddatenverarbeitung und zur Spracherkennung. Viele dieser Entwicklungen setzten Künstliche Intelligenz (KI) ein.
Einen noch höheren Zuwachs verzeichnete das Patentamt in der „Digitalen Kommunikationstechnik“ mit rund 19 Prozent. Viele der 1222 Anmeldungen stehen im Zusammenhang mit den neuesten Mobilfunkstandards (5 G/6 G) und sind damit wichtig für die digitale Vernetzung in vielen Schlüsseltechnologien, wie das DPMA dazu mitteilte. Ein sehr hohes Wachstum von knapp 60 Prozent wurde im Technologiefeld „Datenverarbeitungsverfahren für betriebswirtschaftliche Zwecke“ mit 867 Patentanmeldungen verzeichnet.
„Hohe strategische Bedeutung“
In diesen Bereich fielen zum Beispiel Verfahren für die Energie- und Wasserversorgung, zur Fertigung und Produktion, zur Steuerung von Arbeitsabläufen oder für die Material- und Warenwirtschaft – meist mit dem Zweck, die betriebswirtschaftliche Effizienz zu steigern. Als konkretes Beispiel nennt das Patentamt die Kommunikation von Elektrofahrzeugen mit der Ladeinfrastruktur. Erfindungen für diesen Bereich hätten sich auf fast 150 verdoppelt. Die starke Zunahme werde in einigen Bereichen durch die neuen Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz getrieben, fügte das DPMA hinzu.
„Der Schutz geistigen Eigentums hat hohe strategische Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und den Wohlstand in unserer Gesellschaft“, sagte DPMA-Präsidentin Eva Schewior. Innovationen könnten ihr volles wirtschaftliches Potential nur entfalten, wenn sie geschützt würden. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei es ein gutes Zeichen, dass der Schutz von Innovationen gerade für Unternehmen aus Deutschland weiter hohe Priorität habe. Für Schewior dienen die Innovationen auch dazu, gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen.
