
Wo bei der analogen Spiegelreflex hinter dem Spiegel der Film auf Belichtung wartet, sitzt in der DSLR der Sensor. Doch Sensor ist nicht gleich Sensor, FOCUS Online zeigt Ihnen die Unterscheidungsmerkmale.
Die Auflösung
Die Standardauflösung bei DSLRs sind mindestens acht Millionen Pixel – Spitzenmodelle schaffen das Doppelte. Aber auch sechs Millionen Pixel einer Spiegelreflex sehen meist deutlich besser aus als acht Millionen Pixel einer Kompaktkamera. Und schon acht Millionen Pixel reichen für jede Anwendung außer vielleicht einem Posterdruck in Lebensgröße aus. Mehr Pixel machen dann Sinn, wenn man häufiger nachträglich am Computer Bildausschnitte vergrößert.
Die Sensorgröße
Je größer ein Sensor bei gleicher Auflösung ist, desto rauschärmer und lichtempfindlicher ist er. Hier liegt die große Stärke von digitalen Spiegelreflexkameras – ihre großen Sensoren sind denen der Kompaktmodelle deutlich überlegen. Allerdings kursieren unterschiedliche Sensorgrößen auf dem Markt – da ein Sensor um so teurer wird, je größer er ist, haben nur wenige Spitzenmodelle so genannte Vollformatsensoren, die genauso groß sind wie das Diaformat eines Kleinbildfilms.
Weil jedoch die meisten Objektive aus analogen Zeiten für dieses Format optimiert sind, stimmen deren Brennweitenangaben bei einem kleineren Sensor nicht mehr. So wird beispielsweise beim Einsteigermodell EOS 400d von Marktführer Canon mit einem Verlängerungsfaktor oder „Crop“ von 1,6 gerechnet: ein Weitwinkelobjektiv von 20 Millimetern schafft an der 400d nur noch den Blickwinkel, den ein 32 Millimeter-Objektiv einer Vollformatkamera abbildet.
Dementsprechend werden Teleobjektive effektiver, da man ihre Brennweitenangabe entsprechend „verlängern“ kann. Zur Lösung des Weitwinkel-Problems bieten viele Hersteller inzwischen Objektive an, die speziell auf die kleineren Sensorgrößen angepasst sind.
Die Lichtempfindlichkeit
Selbst Einsteigermodelle bieten inzwischen Lichtempfindlichkeiten, die um ein Vielfaches höher sind als die der letzten Diafilme – ISO-Werte von 1600 sind Standard, auch 3200 ISO sind keine Seltenheit.
Der Schutz des Sensors
Die Sensoren einer Digitalkamera sind sehr staubempfindlich – schon ein Staubkorn kann auf den hochauflösenden Sensorflächen Dutzende Pixel verdunkeln. Dementsprechend bieten manche Hersteller inzwischen Kameras an, die ihren Sensor mit Ultraschall abwaschen oder per Rüttelmechanismus von Staub befreien.
