
ARD und ZDF schaffen drei neue gemeinsame Angebote, und drei lineare Kanäle fallen zum 1. Januar 2027 weg: „tagesschau24“, „One“ und ARD-Alpha werden abgeschaltet. Phoenix, das bislang als Ereignis- und Parlamentskanal firmiert, wird das gemeinsame Informationsangebot der Sender, mit Zulieferungen von „ARD aktuell“ und „ZDFheute“; „neo“ zeigt ein Programm für junge Erwachsene und „info“ soll sich künftig zum Dokumentationskanal der öffentlich-rechtlichen Anstalten entwickeln.
Mehr Programm für die Jüngeren
Diese Neustrukturierung wird im sogenannten Reformstaatsvertrag gefordert, der zum 1. Dezember 2025 in Kraft trat. Der Vertrag sieht vor, dass die öffentlich-rechtlichen Sender die Zahl ihrer Spartenkanäle reduzieren, Mehrfachstrukturen abbauen, flexibler werden und Angebote für junge Menschen stärken. Die in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten und das ZDF sollen, so die Vorgabe, gemeinsam die Lebenswirklichkeit und die Interessen von Kindern, jungen Menschen und jüngeren Erwachsenen in den Mittelpunkt stellen. Das soll durch das umprogrammierte Angebot „neo“, den Kinderkanal KiKa und die Plattform „funk“ geschehen.
Diese Einzelangebote sollen in ein abgestimmtes öffentlich-rechtliches Portfolio für die jüngere Bevölkerung eingebunden werden. Angebote, die spezifisch die Bedürfnisse und Lebenswirklichkeit jüngerer Menschen abbilden, seien essenziell, um einem weiteren Generationenabriss entgegenzuwirken, heißt es in der Begründung des Staatsvertrages. Dieser besagt zudem, dass ARD und ZDF nur noch zwei gemeinsame Programme mit den Schwerpunkten Information, Bildung und Dokumentation produzieren. Das werden Phoenix und „info“ sein.
Schweitzer: „ehrliche Konsolidierung“
Alexander Schweitzer (SPD), Vorsitzender der Rundfunkkommission der Länder und Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, bezeichnete die Pläne der Sender als „ehrliche Konsolidierung“. Die Umsetzung des Reformstaatsvertrags trage den Zielen der Länder Rechnung, dass es nicht dauerhaft nur ein Mehr geben könne, sagte er. Nach Auffassung des ZDF-Intendanten Norbert Himmler kommt hier das Beste aus beiden Welten zusammen, auch wenn das, wie er sagt, für ZDF und ARD keine leichte Arbeit gewesen sei. Sie sei aber in einer „sehr konstruktiven und zukunftsorientierten Atmosphäre“ erfolgt.
Beide Sender hätten sich an den Interessen der Zielgruppen orientiert und die Angebote ausgewählt, zu denen sie gemeinsam das bestmögliche Programm zusammenstellen könnten. Der ARD-Vorsitzende und HR-Intendant Florian Hager ist der Überzeugung, dass man zusammen noch besser werden könne. Erfolgreiche digitale Angebote wie „funk“ oder auch KiKA zeigten, was ARD und ZDF schaffen können, wenn sie vor allem im Digitalen spezifische Zielgruppen gemeinsam ansprechen. Das werde, so Hager, das öffentlich-rechtliche Angebot nachhaltig stärken.
Der Reformstaatsvertrag sieht das Federführungsprinzip auch bei diesen Kanälen vor. Dem entsprechen beide Anstalten. Das Gesamtportfolio der öffentlich-rechtlichen Spartensender besteht ab Januar 2027 neben dem deutsch-französischen Kulturkanal Arte aus den Angeboten 3sat (Federführung ZDF), KiKA (Federführung ARD/MDR), funk (Federführung ARD/SWR), info – der Dokumentationskanal (Federführung ZDF), neo (Federführung ZDF) und phoenix (Federführung ARD/WDR).
