Der Wirtschaftsflügel der CDU will einem Medienbericht zufolge eine Abschaffung des Rechtsanspruchs von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auf Teilzeitarbeit. Dem Magazin stern zufolge soll auf dem Bundesparteitag der CDU Ende
Februar über einen entsprechenden Antrag abgestimmt werden. In dem Antrag mit
dem Titel “Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit”, aus dem der stern zitiert, fordert die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), dass für
den Rechtsanspruch eine “besondere Begründung” vorliegen müsse.
Besondere Gründe könnten demnach etwa die Erziehung von
Kindern, die Pflege Angehöriger oder Weiterbildungen sein. Freiwillige
Teilzeitarbeit ohne Betreuungspflichten hingegen soll nicht mehr möglich
sein. “Wer mehr arbeiten kann, sollte mehr arbeiten”,
sagte die MIT-Vorsitzende Gitta Connemann dem stern. Es gäbe einen
dramatischen Fachkräftemangel. Deshalb dürfe “freiwillige Teilzeit aus
Gründen der individuellen Lebensgestaltung” nicht dauerhaft durch den
Sozialstaat abgesichert werden.
Mehr Menschen in Teilzeit als je zuvor
Zuletzt hatte etwa der Vorsitzende der
Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, kritisiert, dass
Menschen, die freiwillig weniger arbeiten, um mehr Freizeit zu haben,
weniger in die Sozialsysteme einzahlen, aber die vollen Leistungen
beziehen.
2024 arbeiteten in Deutschland laut Statistischem
Bundesamt in Wiesbaden 29 Prozent der Deutschen in Teilzeit, mehr als je zuvor. Demnach arbeitete mit 49 Prozent fast jede zweite
Frau in Teilzeit, bei den Männern waren es zwölf Prozent.
Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.
