Annie Ernaux tritt beim Wahlkampfauftakt von Jean-Luc Mélenchon auf – und verbreitet unter den Linkspopulisten ausgerechnet mit einem Gedicht revolutionäre Stimmung.
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Literatur hat in Frankreich einen anderen Stellenwert als
hierzulande, und so überraschte es weder, dass Jean-Luc Mélenchon, höchst
umstrittener Präsidentschaftskandidat der französischen Linkspopulisten, zu
seinem Wahlkampfauftakt in der Pariser Banlieue Saint-Denis die
Nobelpreisträgerin Annie Ernaux einlud, noch, dass deren Auftritt eine nahezu
popkonzertartige Begeisterung auslöste. »Annie! Annie! Annie!«, schrie die
Menge auf dem Place Victor Hugo am 7. Juni, als Ernaux, mittlerweile 85,
gemächlichen Schrittes die Bühne betrat.
