Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 14/2026
Manchmal liege ich im Bett und denke darüber nach, was passiert, nachdem ich gestorben bin. Ich hoffe auf ein Jenseits, aber mein Verstand sagt mir, dass das unwahrscheinlich ist. Wenn mein Herz aufgehört hat zu schlagen und die Nervenzellen meines Gehirns nicht mehr über elektrische Pulse miteinander sprechen, dann bleibt da nichts von mir, denke ich. Vor meinem inneren Auge erscheint eine fast schon blendende Schwärze, die sich endlos in Raum und Zeit ausdehnt. Wenn ich versuche, mir dieses Nichts
vorzustellen, beginnt alles zu wanken. In meinem Bauch tut sich ein
Loch auf. Meinen Hals zieht eine klebrige Hitze hinauf. Der Gedanke daran, nicht mehr zu sein, ist für mich bodenlos. Er begleitet mich, seit ich ein Kind bin.
