
Den Auftritt von Kash Patel vor dem Haushaltsausschuss des US-Senats in dieser Woche muss man gesehen haben, um zu verstehen, wie die Regierung Trump mit der Wahrheit umgeht und was sie unter Transparenz versteht.
Da fragt der demokratische Senator Chris Van Hollen den FBI-Chef, was an den Berichten über sein erratisches Verhalten und seinen exzessiven Alkoholkonsum, der ihn daran hindere, sein Amt ordentlich auszuführen, dran sei. Zuerst erhält der Senator gar keine Antwort, dann deckt ihn Patel mit eine Schimpfkanonade ein, die in dem Vorwurf gipfelt, der Senator habe in El Salvador auf Steuerzahlerkosten mit einem verurteilten Vergewaltiger Margaritas gekippt und eine Rechnung von 7000 Dollar hinterlassen. Die vermeintlichen Beweise lässt Patel noch während der Sitzung auf der Plattform X veröffentlichen.
An der Geschichte stimmt nichts, Van Hollen traf im April 2025 in El Salvador vielmehr den zu Unrecht aus den USA Abgeschobenen Kilmar Armando Ábrego García (der inzwischen zurückkehrte, festgenommen und wegen verschiedener Verbrechen, die sein Anwalt als reine Erfindungen bezeichnet, angeklagt wurde), trank mit diesem Wasser und Kaffee, die Margaritas schoben Mitarbeiter des mit Trump verbündeten Präsidenten Nayib Bukele ins Bild.
Nun soll die Inszenierung Patels Verteidigung dienen. Zu einem Lügentest sei er jederzeit bereit, sagt er. Könnte sein, dass der FBI-Chef den sogar besteht, er scheint an seine eigenen Lügen zu glauben. Der Reporterin des „Atlantic“, die von seiner die Sicherheit der USA gefährdenden Amtsführung berichtete, hetzt Patel derweil Agenten auf den Hals.
